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Der Waldviertler Mohn

 

 Dieser ist eine ganz spezielle Frucht der waldviertler Landschaft und seines etwas rauheren Klimas. Aus der Agrarstatistik 1912 der K. u. K. Monarchie geht hervor, dass damals die Mohnanbaufläche im Waldviertel 1200 Ha betrug. Noch bis 1933 notierte der Waldviertler Graumohn an der Londoner Handelsbörse. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Mohn allmählich durch einfacher zu kultiviernde, weil weniger Handarbeit verlangende Pflanzen verdrängt. 

 

Der Mohnanbau war eine sehr arbeitsintensive Angelegenheit. Wenn ich mich an meine Jugendzeit erinnere, dann ist mir das Mohnjäten noch in unguter Erinnerung als Kind. Diese Arbeit war eine Angelegenheit der Bäuerinnen, Mägde und von Kindern. Dabei war es manchmal sehr nass und kühl. Ich erinnere mich auch noch gut an den damals allgemein bekannten "Mohngruber", wenn er seine Einkaufstouren durch die Strahlbacher Bauernhöfe machte.

 

In das Waldviertel kam der Mohn schon früh durch die Mönche, welche schon im frühen Mittelalter Gartenmohn kultivierten, um daraus Heilmittel gegen Schmerzen und Schlaflosigkeit herzustellen. Schon im ältesten Urbar (Grundbuch) des Stiftes Zwettl des Abtes Ebro um 1280 ist der Mohnanbau im Waldviertel erstmals urkundlich erwähnt. Erstmals in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wird der Mohn im Waldviertel in Zehentbüchern (Zehent: Pachtentgelt der Bauern an den Grundherrn) erwähnt.

 

Erst ab ca 1980 wurde die alte Tradition des Mohnanbaues im Waldviertel durch Initativen zur Förderung landwirtschaftlicher Alternativprogramme (Gründung des Vereines zur Förderung der Sonderkulturen im Waldviertel) wiederbelebt. Ein Pionier dieser Initiativen war der auch heute noch allseits bekannte, leider schon verstorbene Dipl.Ing. Adolf Kastner, Direktor der Landwirtschaftlichen Fachschule Edelhof. Er übernahm sogar persönliche Haftungen für einige dieser Projekte und büsste dann für seinen Einsatz auch noch mit der Exekution seiner Pension. Ja Undank war schon immer der Welt Lohn.

 

Heute wird im Waldviertel der Mohnanbau wieder auf mehr als 500 Hektar betrieben.

 

Jedes Jahr am 3. Sonntag im Juli findet der nun schon traditionelle Mohnblütensonntag im Mohndorf Armschlag statt. Der Mohnkirtag und das Erntedankfest findet jedes Jahr am 3. Sonntag im September statt.

   

Otmar Schuster 4.07.2015