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UNEHELICH geboren,

 

früher war damit ein Kind schon mit seiner Geburt bestraft !

 

 

Seit 1784 durften aufgrund einer der vielen Verordnungen von Kaiser Josef II, Sohn von Kaiserin Maria Theresia, Väter von unehelichen Kindern nur mehr dann in den Kirchenbüchern - die zugleich auch standesamtliche Aufzeichnungen waren - eingetragen werden, wenn sich der Vater in Anwesenheit der Mutter und zweier Zeugen ausdrücklich zum Kind bekannte und die Eintragung in das Taufbuch auch verlangte. War der "Kindesvater" dazu nicht bereit, durfte er nicht eingetragen werden.

 

Diese Verordnung hat dazu geführt, dass die Kindesmütter oft erst Recht unschuldig ins Unglück gestürzt wurden und die sogenannten "Väter" sich vor ihrer Verantwortung drücken konnten und sich sehr oft auch gern davor gedrückt haben. In nur sehr seltenen Fällen waren die "Väter" bereit der unehelichen Mutter wenigstens eine kleine finanzielle Abfindung zu leisten.

 

Und so finden wir oft die weißen Flecken in der Ahnentafel und in den Geburtenbüchern und fragen uns, wer wohl der Vater des unehelichen Kindes gewesen sein mag. Der Dienstgeber, Nachbarsburschen, Soldaten im Manöver oder gar der Herr Graf, weil die Uroma im Schloss gearbeitet hat ? Aber der Gärtner war an der hübschen Köchin sicher genauso interressiert wie der Schloßherr, der Kutscher oder sonst ein herrschaftlicher Bediensteter.

 

Büssen mußte in den meisten Fällen nur die uneheliche Mutter, während sich der "Vater" dank kaiserlicher Anordnung von seiner Verantwortung drückte !

 

Übrigens mußte damals ein Geselle seine eheliche Abstammung nachweisen,

wenn er Meister werden wollte.

 

Da hat sich in Zeiten der Gleichberechtigung Gottseidank einiges

zum Besseren, aber noch lange nicht zum Guten gewendet !