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Die Kaisermanöver von 1891

 

Im August und September 1891 fanden im Waldviertel

die großen Kaisermanöver statt.

 

Kaiser Wilhelm von Deutschland, König Albert von Sachsen, sowie Prinz Georg von Sachsen waren Gäste des Kaisers Franz Josef. Die drei Monarchen wohnten im Schloß Schwarzenau. Monatelang hatten für die Kaisermanöver, die sich von Südböhmen herunter nach Gmünd, Waidhofen, Schwarzenau, Zwettl, Göpfritz, Raabs, Horn und Sigmundsherberg erstreckten, die Vorbereitungen gedauert.

 

Vom 24. August bis zum 4. September trug damals die ganze Umgebung der

Pfarrgemeinde Oberstrahlbach durchwegs kriegerischen Charakter.

Ostpartei: 2. Wiener Chor unter FZM Anton Freiherr von Schönfeld,

Westpartei: 8. Chor (Prag) unter FZM Philipp Graf Grünne.

In Zwettl waren Hoch- und Deutschmeister Nr 4, in Oberstrahlbach das Bosnisch-Herzegowinische IR Nr 4, in Rabenthan Ulanen (Reiter) aus Polen stationiert. Verschieden wie die Nationalität war auch das Religionsbekenntnis der Mannschaft. Für die Mohammedaner mußte eigens gekocht werden. Das Verhalten der Soldaten war musterhaft, ihr Entgegenkommen voll Achtung gegen den Pfarrer. Täglich saßen die Herren nachmittags im Salettl des Pfarrhofes und lauschten den Klängen der Regimentskapelle, die auf Gasthof Höchtls Wiese konzertierte.

 

Das militärische Hauptquartier war in Göpfritz an der Wild eingerichtet. Das Schloß Schwarzenau in dem die Monarchen residierten, wurde neu adaptiert,

im Ort wurden Unterkünfte für die 180 Pferde und die zahllosen

   Wagen des kaiserlichen Gefolges erbaut. In Windigsteig, im Pfarrhofe, wohnte Erzherzog Karl Ludwig. (Er stand zeitlebens im Schatten seiner älteren Brüder Kaiser Franz Josef und Maximilian von Mexiko). Der deutsche Außenminister Graf Caprivi, der österreichisch-ungarische Minister des Äußeren Graf Kalnocki, sowie Kronprinz Georg von Sachsen, waren im Schloß Meires untergebracht. In Waidhofen wohnten die Attachees der fremden Staaten mit ihren Beamten, weiters war hier ein großer Teil der Hofküche und der Zuckerbäckerei

 untergebracht. Ein wahres Glück für den vielen Verkehr war es, daß kurz vorher die Lokalbahn Schwarzenau - Waidhofen ihren Betrieb aufgenommen hatte. Die Nordarmee zählte allein 23.000 Mann, nicht viel weniger die Südarmee. Man kann sich vorstellen, daß alle Häuser und Ställe, ja selbst die Höfe mit Soldaten überfüllt waren. Nun einige Episoden. Am Schwarzenauer Bahnhof drängten sich die Massen als Kaiser Franz Josef ankam. Er schritt durch den Triumpfbogen und zog nach feierlicher Begrüßung durch die Spitzen der Militär- und Zivilbehörden auch einige in der Nähe stehende Bauern ins Gespräch. "Von welcher Ortschaft sind Sie, lieber Mann?" sprach der Kaiser einen älteren Bauern an. "Von Zwettl, Majestät", war die Antwort. "Dort hat es wohl ein kühles Klima und man sagt, neun Monate Winter und drei Monate kalt", meinte lächelnd Kaiser Franz Josef. "Dos scho, aber umso hoaßer schlog`n d`Herzen für Eure Majestät!" Erstaunt über die schlagfertige Antwort klopfte der Kaiser dem Bauern anerkennend auf die Schultern. Auch der Kommandant der Waidhofner Bürgerwehr, Hauptman Hoffinger, sowie Oberleutnant Binder wurden vom Kaiser angesprochen, indem er sich über die Stärke und den Bestand der Bürgerwehr erkundigte. 

Auch ein höchst bedauerliches Ereignis war zu verzeichnen gewesen. Kaiser Wilhelm, der alle militärischen Operationen aufs Genaueste verfolgte, nahm auch persönlich Anteil an der Verfolgung des Feindes bei Schwarzenau. Der kommandierende Oberst der nachstürmenden Truppe - es waren Deutschmeister - wollte mit seinen Leuten die etwa eine Viertelstunde entfernt liegende Thayabrücke benützen. Kaiser Wilhelm aber - immer forsch und feste druff - wollte die Verfolgung des fliehenden Feindes beschleunigen und schlug daher dem österreichischen Kommandanten vor, die Truppen die Thaya übersetzen zu lassen, um so keine Zeit zu verlieren. Der österreichische Oberst wagte es nicht, sich dem Wunsche Kaiser Wilhelms zu wiedersetzen und befahl den Übergang durch die Thaya. So mußten die vom Laufen ermüdeten und schweißbedeckten Deutschmeister in das kalte Wasser der Thaya hinein. Vier Tote waren das Ergebnis, in der österreichischen Presse wurde dieser Vorfall selbstverständlich verschwiegen, dagegen wurde dieser Zwischenfall von der ausländischen Presse enorm aufgebauscht und zu einer wüsten Hetze gegen Kaiser Wilhelm ausgenutzt. Ja, die Zeiten haben sich geändert ...

 

Quelle: Zeitschrift "Das Waldviertel" - Jahrgang 1981, 10/12