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Abschied von einem Großen

 

Der Künstler Franz Grabmayr, den eine intensive Beziehung mit dem Waldviertel und hier vor allem mit dem Raum Zwettl verband, fand in Wien seine letzte Ruhestätte.

 

 

Der Schöpfer großformatiger, kraftvoller „Bilder aus der Sandgrube“, Bilder von großen Lagerfeuern und tanzenden Mädchen – Franz Grabmayr – ist 88-jährig nach kurzer schwerer Krankheit in Wien gestorben.

 

Die Zwettler Peter Kastner und Werner Fröhlich, die zum engen Freundeskreis des Wahlwaldviertlers zählten, erlebten ihn als lebenslustigen Künstler mit unbeirrbarem Sendungsbewusstsein. Die beiden Kunstfreunde waren auch bei der Verabschiedung des Verstorbenen am 27. Mai in der Feuerhalle Wien-Simmering. Bundespräsident Heinz Fischer schickte dazu einen Kranz, Kunstsammler und Freunde wie Hannes Androsch oder Beppo Mauhart waren persönlich anwesend. Die Trauerrede hielt Klaus Albrecht Schröder, Direktor der Wiener Albertina

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Der Kärntner Franz Grabmayr kam 1927 zur Welt und wuchs sehr naturverbunden und bescheiden auf. Nach der Pflichtschule maturierte er an der Baufachschule in Villach und erwarb die Lehrbefähigung für Mathematik und Darstellende Geometrie für Hauptschulen. 1954 kam er nach Wien, wo er nebenbei als Werkstudent an der Akademie der bildenden Künste am Schillerplatz tätig war. Im Juni 1964, er hatte den Lehrberuf mittlerweile quittiert, erhielt der Spätberufene das Diplom für seinen erfolgreichen Studienabschluss.

 

Er war bereits freischaffender Künstler, als Grabmayr im Pariser Louvre seiner späteren Frau Ingrid begegnete. Sie unterstützte über Jahre hin seinen Werdegang, wenn sie als Buchhalterin für den Unterhalt der Familie – Söhne Thomas und Jakob – sorgte, weil er kaum Werke verkaufen konnte wie jene aus der mehrjährigen Schaffensperiode der „grünen Bilder“ – Bäume und Hügellandschaften, ausschließlich in Grün. Dazu Kastner: „Franz ließ sich in seiner Malerei durch nichts beeinflussen, ihm war immer der künstlerische Ausdruck wichtiger als der materielle Erfolg“. Und: „Er war auch nie an pingeliger Auflistung seiner Werke interessiert.“

Der Durchbruch gelang ihm, als er 1980 für das Gebäude der Pensionsversicherungsanstalt in Wien ein 50 Meter langes Fries schuf – Waldviertler Landschaften in den vier Jahreszeiten. Seine Studien beim Ballett-Training und bei den Aufführungen in der Wiener Staatsoper ließ er in Tanzbilder einfließen, die er nach Modellen im Winter in seinem Atelier in Döbling, im Sommer in der Sandgrube bei Schickenhof malte.

 

Innige Beziehung zum Waldviertel

 

Franz Grabmayrs Beziehung zum Waldviertel war innig und bunt. 1964 richtete er im damals leer stehenden Schloss in Rosenau sein Sommeratelier ein, der Laufstall in Schickenhof wurde zum Lager und Ausstellungsraum umfunktioniert. Neun Jahre später, das Schloss wurde renoviert, arbeitete Grabmayr in einem alten Bauernhof in Oberstrahlbach. Als Motive wählte er gerne Bauernhäuser, Kornmandln oder „Strohbinkerle“. „Als er Feuerbilder in der Sandgrube malte, war ihm die Dynamik seiner Werke bald zu gering“, erzählt Werner Fröhlich, der langjährige Fotograf und „Assistent“ des Künstlers. Kurzerhand packte Grabmayr die riesige Palette, Farbkübel und andere Malutensilien auf den Traktor seines Nachbarn Erich Reisinger, der im Kriechgang, „im Erpfigang“, um das Feuer kreiste. 1993 nahm Grabmayr Abschied vom Waldviertel und kehrte erst 1997 zurück – ins Sommeratelier nach Uttissenbach.

 

„Ich arbeite vor allem mit Spachteln, manchmal mit breiten Pinseln und großen Mengen Farbe“, sagte Grabmayr zu seinem Malstil. Pigmente kaufte er sackweise. Kunstkritiker bezeichneten ihn hin und wieder als „Vater der Jungen Wilden“, aber eigentlich war er nicht einzuordnen. In Paul Cezanne sah er eines seiner wichtigsten Vorbilder. „Jetzt wird er da oben sitzen und mit Cezanne über seine Motive diskutieren“, überlegte Klaus Albrecht Schröder in seiner Trauerrede.

 

Quelle: NÖN - Zwettler Nachrichten