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BESUCHERSTATISTIK

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Der Dreiseithof

 

war die typische Hofform fast im gesamten Waldviertel.   

 

 

Mein Elternhaus ist auch heute noch ein klassischer Dreiseithof. Erst Anfang 1950 wurde hier die sogenannte "Rauchkuchl" entfernt. Das Wasser wurde ebenfalls erst zu dieser Zeit in den Keller geleitet. Das übliche Plumpsklo befand sich damals außer Haus über der neugebauten Senkgrube. Das Klo mit Wasserspülung und Badewanne kam erst einige Jahr später ins Haus. Nur die Stube des Hausstockes wurde schon vor meiner Geburt etwas in den Innenhof erweitert. Mir ist daher der heute fast schon zur Gänze verschwundene klassische Dreiseithof, die über Jahrhunderte übliche Hofform des Waldviertels, seit meiner Kindheit ein bekannter Begriff. 

 

Der Waldviertler Dreiseithof in seiner klassischen Form:

 

 

Die eine Seite begrenzt das Wohnhaus mit der Eingangstür im Hofe und der Stall als ein Gebäude (Wohn-Stalltrakt); die zweite Seite (Rückseite) die Scheune, an der dritten Seite, gegenüber dem Wohn-Stalltrakt, liegen Schupfen, Schweine- Hühnerstall und Ähnliches und vorne das Austragshäusl (Ausgeding), wohin sich der Bauer in den "Ruhestand" zurückzieht, wenn er den Hof dem Sohn oder der Tochter übergeben hat. Die vierte Seite sperrt die Mauer mit dem Tor und ein oder zwei "Gehtürln" gegen die Strassenseite ab, wohin sich die Giebel des Wohntrakts und Ausgedings wenden; Giebel und Mauertor zeigen oft architektonischen Aufputz ("Bauernbarock").

Der klassische Misthaufen mit dem Plumpsklo befindet sich immer im Hof.

 

Der ursprüngliche Baustoff war Holz. Erst in späterer Zeit wurden Wohntrakt und Ausgeding aus Stein errichtet.

 

Diese Hofform blieb über Jahrhunderte bis in das beginnende 20. Jahrhundert nahezu unverändert. Nur das Dach wurde dann schon teilweise mit Holzschindeln statt Stroh gedeckt. Die Küche wurde als Rauchkuchl ausgeführt. 

 

Bei dieser Bauweise und dem offenen Feuer waren Brände kaum vermeidbar und an der Tagesordnung. Bei entsprechend ungünstiger Witterung wie Gewitter, Sturm oder starkem Wind brannten oft mehrere Häuser oder gar halbe Ortschaften nieder.