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Zur Gründung unserer Pfarre gibt es einige Legenden, welche sich alle um einen Rathbauer drehen, welcher bis nach Rom gepilgert sein soll.....

 

 Die Gründungslegende

 

der Pfarre ist allgemein bekannt, trotzdem bringe ich sie gerade für die Jüngeren gerne wieder.

 

Entnommen der kirchlichen Topografie von Österreich

aus den Jahre 1838.

 

1693 faßte der Bauer Andreas Rathbauer von Ober Strahlbach den Entschluß, seinen Geburtsort mit einer Kirche zu versehen. Da sein Vermögen nicht hinreichte, sammelte er zu diesem Behufe in Österreich. Er erhielt, besonders in Wien, bedeutende Beyträge, und fing den Bau 1700 an. Die Kirche mit einem Hochaltare und zwey Seitenaltären, wurde nach ihrer Vollendung von dem Cardinale Leopold Grafen von Kollonitsch, Erzbischof von Gran, den 27. Juli 1706 geweiht. Er, der sich auf seiner nahe gelegenen Herrschaft Kirchberg am Walde, manchmal aufhielt, sang ein feyerliches Hochamt, und erteilte an diesem Tage die hl Firmung. Ein Streit über das Patronats-Recht wurde zwischen dem Abte Melchior zu Zwetl, und dem Probste zu Zwetl von Albrechtsberg 1710 dahin geschlichtet, daß das Stift das Patronats-Recht behalten solle. In eben diesem Jahr stiftete der Apotheker Johann Boß eine hl Messe hierher. 1734 wurde von dem Herrn Pfarrer von St. Margarethen am Moose Uranias Bernhard Kolb 12 hl Messen hierher gestiftet. Sebastian Schröfl ein Bauer zu Ober Strahlbach wurde ein großer Wohlthäter der Kirche in der jährlich am Dreifaltigkeits-Sonntage, weil sie zur Ehren der Allerheiligsten-Dreyfaltigkeit geweidht worden war, von der Stadtpfarre Zwetl aus, feyerlicher Gottesdienst mit der Verleihung eines Ablasses gehalten wurde. Das Stift Zwetl glaubte, dass es ihr nicht zukomme hier 1785 eine Pfarre zu errichten, da diese Kirche eine Filiale der probsteischen Stadt-Pfarre Zwetl sey. Eine Regierungs-Entscheidung sprach das Gegentheil aus. 1798 wurde der Turm gebaut, und um mehr Raum für die Pfarrmenge zu bekommen, die Seitenaltäre weggebrochen. Ihre gegenwärtige freundliche Gestalt dankt diese Kirche dem Eifer des Herrn Pfarrer Adalbert Pfeiffer.

 

Gründungslegenden

 

 

 Allgemein ist die Meinung vertreten, dass Andreas Rathbauer nach Rom gepilgert sei. Das ist falsch, denn auf den zwei Ablassbriefen steht eindeutig der Name Joseph Rotpaur. Rotpaur gab es auf der Nr 41 (Josef) und der Nr 61 (Andre), Rathbauer aber auf den Häusern Nr 8 (Georg), Nr 44 (Josef), Nr 60 (Josef) nach der josefinischen Häuserzählung von 1787. 1824 aber gab es nur mehr Rathbauer auf dem Haus Nr 8 (Josef), Nr 41 (Johann), Nr 44 (Johann), Nr 60 (Barthelmä) und Nr 61 (Jakob).

 

"Sogar beim Kaiser sprach er vor und dieser gab ihm 1000 Gulden". Das ist gänzlich unmöglich, denn der Kaiser hieß damals Leopold I. (1658-1705), der "Türken-Poldi". Der steckte Zeit seines Lebens der vielen Kriege wegen, die er führen musste, in argen Geldnöten, und eine solche Summe Geldes war auch für einen Kaiser sehr viel. Dieser Betrag ist sicher das Gesamtergebnis der Sammlung in Wien und Umgebung. Aus Rom soll er die Dreifaltigkeit, die heute noch unsere Kirche ziert - ein Geschenk des Heiligen Vaters Benedikt des XIII. - auf dem Rücken nach Hause getragen haben. Das ist ebenfalls Legende. Dieses Bild haben Michael Stiftner (Nr 24) und noch ein Mann auf zwei Stecken aus Zwettl zur Kirche getragen. Rotpaur hat die kleine Statue aus Rom mitgebracht, die heute noch im Tabernakel des Marterls hinter dem Haus Nr 17 steht.

 

Der Auftrag, alle Leute mit "Gelobt sei Jesus Christus, in Ewigkeit, Amen!" zu grüßen, ist ebenfalls Volksgerede. Wir wissen nämlich, dass in der damaligen Zeit der Religionskämpfe dieser Gruß schon ca 50 Jahre vorher ein Unterscheidungszeichen zwischen Katholiken und Andersgläubigen war.

 

Eine recht ergreifende Eintragung in der Chronik dürfte aber der Wahrheit entsprechen: "Nach geendigter Feier, als die frohlockende Gemeinde den Hochwürdigsten Herrn Bischof fragte, was sie für diese Gnade schuldig sei, antwortete Hochderselbe: Ihr seid mir nichts schuldig, betet aber für immerwährende Zeiten alle Sonntag nach dem Rosenkranz ein Vaterunser und ein Ave Maria für mich!" (Antwort des Fürstprimas Leopold Graf Kolonitsch, Erzbischof von Estergom-Gran) Nun möchte ich das Kapitel "Kirche" abschließen, aber doch noch sagen: Ist unsere Kirche auch einfach und ohne jeden wertvollen, künstlerischen Schmuck, so gehört ihr doch unsere tiefe Liebe, unser ganzer Stolz. Dies zeigt sich am besten, wenn wir etwa von einer Reise zurückkommend, von der Weitraer Straße südlich einbiegend, aus der Ferne unseren Kirchturm erblicken, da stellen wir mit einem Seufzer dankbarer Erleichterung fest: "Hier sind wir daheim!"