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Donaugold

 

   Uralt ist der Zauber dieses seltenen, nichtrostenden Metalles auf den Menschen und uralt ist auch das Streben des Menschen, in den Besitz dieses wertbeständigen und heute teuren Gutes zu gelangen. Vom Bergsegen der Tauern haben wir schon seit frühester Zeit Kunde. Römischer Goldbergbau ist uns aus dem nordischen Alpengebiet überliefert. Bis ins 20. Jahrhundert ist dieser Bergbau betrieben worden und hat zeitweise die Bewohner einiger Hochgebirgstäler zu Wohlstand gebracht. Daneben ist uns auch die Goldgewinnung aus den Flüssen und dem Strom unserer Heimat überliefert, wo die Abbautätigkeit und das Scheidungsvermögen des Wassers an bestimmten Stellen Anreicherungen (Goldseifen) als Zweitlagerstätten geschaffen haben. Viele Zeugen dieser Goldwäscherei und der Goldsuchertätigkeit sind erhalten: Flurnamen, die auf Goldgewinnung oder Goldfündigkeit hinweisen, dann Goldproben der Goldwäscher selber, die uns in Museen erhalten sind, darüber hinaus urkundliche Nachrichten, die sich mancherorts finden.

   Nächst Altenwörth, ebenso bei Langenlebarn, ist ein "Goldwäscherhaufen" bekannt; wir wissen auch, daß dort Goldwäscherei betrieben worden ist. Im Efferdinger Gebiet in OÖ gibt es einen Ortsnamen "Goldern", zu Raffelding bei Efferding ein Haus "Gollern", einen Namen, den auch ein Ort nächst Sieghartskirchen in NÖ führt und der sich 1180 als "Goldaron", d.i. "bei den Goldwäschern" findet. Im Marchfeld heißt ein Donauarm und die von ihm gebildete Insel "Goldruns".

   Auch im Bereich des Waldviertels hat es an Versuchen Gold zu gewinnen nicht gefehlt, sei es nun das Bemühen der Alchimisten in den Zauberküchen, sei es Bergbau oder Goldwäscherei an den Ufern der Donau. Es sei nur auf den Prälaten des Stiftes Dürnstein namens Donray hingewiesen, der 1692 seinem hohen Amte entsagte, um sich seiner geliebten Goldmacherkunst widmen zu können. Und ungefähr 200 Jahre später verfiel der Verwalter der Stiftsherrschaft Dürnstein Endlicher dem Goldfieber.

   Endlicher hatte bei Dürnstein auf der Donauinsel "Vordere Mühlau" oder "Streitau", wie man die Insel wegen eines Streites der Stadt Dürnstein mit dem einstigen Herrenkloster nannte, Goldspuren entdeckt. Er sandte am 27. Okt. 1826 eine wohlverpackte Probe an das Berggericht in Steyr und bat um einen Mietschein für Waschgold, also um die Erlaubnis zur Errichtung einer Goldwäscherei auf der Insel "Mühlau" und im weiteren auf der ganzen Strecke zwischen Dürnstein und Spitz. Er hatte die Fundstelle dem Kaiser zu Ehren "Franzensbau" genannt und erklärte sich bereit, die Ausbeute an ein k.k. Münzamt abzuliefern. Für Endlicher begann nun ein Leidensweg. Das Berggericht in Steyr erklärte sich für nicht zuständig, schickte das Gesuch und die Probe an die Hofkammer nach Wien, trug Endlicher auf, bis auf weiteren amtlichen Bescheid die Lagerstätte unberührt zu lassen. Endlicher richtete sofort an den Hofkammerpräsidenten die Bitte um günstige Erledigung und wollte "sich mit allen Kräften bestreben, durch kraftvolle Betreibung soviel als möglich dem Staate nützlich zu sein". Am 31. Jänner 1827 langte die Hofkammererledigung ein, durch die erlaubt wurde, daß das Goldwaschwerk auf der Donauinsel "Vordere Mühlau" ungehindert arbeiten könne. Für die Strecke bis Spitz wurde keine Erlaubnis erteilt, für die Fundstelle selber wurden genaue Lagepunkte verlangt, die Ablieferung des gewonnenen Waschgoldes nach Monatsfrist wurde bei Strafe der Konfiskation aufgetragen. Endlicher gab daraufhin dem Berggerichte die Katastralparzellennummern der Insel, sowie ihre Größe mit 33 Joch, 1000 Quadratklafter an, ebenso die Länge und Breite der Fundstelle (224 bzw 566 Klafter). Da sich sich auf der Insel selbst keine Fixpunkte fanden, gab er an, daß das Nordende des Platzes gegenüber dem Weingarten des Josef Hufnagel und das Südende gegenüber dem dem Acker und der Wiese des Leopold Fenninger liege.   

   Hochwasser, das fast den ganzen Sommer 1827 dauerte, verzögerte Endlichers Arbeiten. Erst am 26. Oktober 1827 kann er beginnen und die Sande neuerlich unersuchen. Die Untersuchung ergab so wenig Goldstaub, "daß derselbe kaum die Auslagen decken wird und daß höchstens im Ganzen eine Ausbeute von 1 3/4 Lot (21,7 Gramm) zu erwarten ist". Endlichers Annahme stimmte sehr gut, er konnte Ende November 1827 bloß ein Quentchen 1 1/5 Pfennig, also 2,17 Gramm Gold an das Hauptmünzamt in Wien abliefern. Diese Menge wurde mit 7 Gulden 50 Kreuzer berechnet, entsprach also nicht ganz dem Wert von 2 Dukaten. Endlicher teilte daher am 16. Dezember dem Berggerichte mit, daß die Gewinnung des Sandes, sowie die Abrichtung der Leute sehr mühsam und schwierig sei; da es überdies sehr wenig ausgäbe und die Taglöhner mit 25 Kreuzer Conventionsmünze täglich bezahlt sein wollen, so ergebe sich eher ein Verlust als ein Gewinn. Das mit größten Hoffnungen eingeleitete Unternehmen wurde aufgegeben, was die dreimalige Mahnung in der Zeit vom 28. August bis zum 17. Juni 1829 wenigstens um einen negativen Bericht erkennen läßt.

   Diese Goldfunde im Strome vor Dürnstein gaben aber trotzdem in Wien Anlaß zu weitgehenden Gerüchten: So hat im Jänner 1828 ein junger Diurnist (ein damals auf Tagegeldbasis beschäftigter Amtsschreiber) des Hauptmünzamtes um einen Posten bei der Dürnsteiner Herrschaft angesucht. Er stützte sein Gesuch auf große Erfahrungen "beim Schmelzen und Abtreiben des Goldes" sowie der "Goldwäscherei". Noch im Jahre 1832 machte sich A.C. Kellermann, Administrator des Graphitbergwerkes in Marbach an der Donau, erbötig, eine höchst einfache und äußerst wohlfeile Auswaschungsart anzugeben, bei der zwei Mann das vollbringen, was sonst 20 und mehr Leute leisteten. Der Verwalter Endlicher wollte aber für die Dürnsteiner Goldwäscherei keine Opfer mehr bringen, denn er glaubte aus dem Gestein des bei Schwallenbach gelegenen "Glasmandel" im "Diettale" Gold und Silber gewinnen zu können.

   Mit dieser Absicht begründete er auch die Absicht des bergmännischen Abbaues von Gold im waldviertler Süden. Ersandte am 14. Juli 1829 eine Probe an das Berggericht in Steyr, worauf ihm ein Schurfschein für drei Monate erteilt wurde. Er mußte aber am 30. März 1830 melden, daß er von seinem Rechte abstehe, "indem dasselbst keine Bauwürdigkeit zu hoffen sei". Auch seine Mutung im "Raichautale" nächst Senftenberg gab keine Bauwürdigkeit auf Gold, sondern nur auf Schwefelkies mit einem annehmbaren Silbergehalt.

   Endlicher begrub seine Träume auf Gold aus den Bergen der Wachau und der Goldwäscherei. Ganz ohne Erfolg war er bei seinem Beginnen nicht geblieben. Die Akten über diese Goldwäscherei zu Dürnstein verraten mehr. Der Hauptgrund der Einstellung dieses Unternehmens war ganz anderer Natur: "Unersättlichkeit seiner Goldwäschergehilfen im Angesichte gewonnenen Goldes". Das Stift Herzogenburg verwahrte als Nachfolger der Stiftsherrschaft Dürnstein bis vor kurzer Zeit gänzlich unbeachtet und unbekannt einen Teil der Frucht von Endlichers nimmermüder Arbeit in einer Probe Donaugoldes. Sie bestand aus einer Anreicherung goldhältigen grauvioletten Donausandes von der Donauinsel vor Dürnstein ("Vordere Mühlau") und hatte ein Gewicht von 71,5 Gramm und 0,337 Gramm amalgamierten Golde. Der goldhältige Sand wurde durch den "Seichtrog" gewonnen, also auf die einfachste Art, die man sich denken kann. Das zweite Produkt war auf eine außerordentlich fortschrittliche Methode durch Quecksilber gewonnen. Ein kleiner Zettel, der aus dem Stifte Herzogenburg in das n.ö. Landesmuseum mitwanderte, vermerkt folgenden Tatbestand:

 

   "Dieser Goldsand auf einer Donauinsel bei Dürnstein (Viertel ober dem Manhartsberg) von dem Stiftsherrschaftsbeamten Dominik Felix Endlicher am 26. Oktober 1826 mit eigener Hand aus krudem (groben) Donauschotter gewaschen und das beiliegende Amalgam mit Quecksilber aus ähnlichem eisenschäßigen Sand geschieden worden".

 

   Diese Goldgewinnungsstätte war sicher nicht die einzige im engeren Bereiche unserer Heimat. Sie hat bereits bei Säusenstein an der "Bösen Beuge" eine Vorläuferin, über die wir eine urkundliche Nachricht aus dem Jahre 1530 besitzen. Und sicher hat der privilegierte Goldwäscher Leopold Scherenpeudiner an mehreren Stellen Gold gewaschen, nachdem er am 20. Mai 1576 von Kaiser Maximilian II. als einziger Goldwäscher an der ganzen n.ö. Donau bestellt worden war. Auch er mußte das gesamte gewonnene Gold an das Vicedomamt (damaliges Finanzamt) abliefern.

   Hat auch Endlichers Versuch in Dürnstein keine reichen Früchte getragen, so muß doch die Ergiebigkeit der Fundstellen weiter donauabwärts viel größer gewesen sein. Das Stift Klosterneuburg besitzt heute noch eine Kelchkuppel und Patene, Teile eines einst vollständigen Kelches, die der Propst Perger aus Donauwaschgold, wie es auf den Gründen des Stiftes gewonnen worden war, hatte anfertigen lassen. Von der Monstranz, die gleichfalls aus Donaugold gearbeitet war, ist leider nichts mehr bekannt. Diese Funde können sich allerdings nicht mit denen Salzburgs messen, wo vom Jahr 1600 bis 1796, also in einer Zeitspanne von 200 Jahren, 43 Kilo Flußgold eingelöst wurden. Für das Gebiet von Inn und Donau nimmt man für die Zeit vom Ende des 15. Jahrhunderts bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts eine Ausbeute von 20 Kg an. Sicherlich ist auch nicht alles gewaschene Gold nach den Anordnungen der Grundherren abgeliefert und eingelöst worden.

 

Von Rudolf Riedel, aus "Das Waldviertel", Jahrgang 1952, Nr 3 

 

   Vom Goldwaschen auf der niederösterreichischeb  Donaustrecke berichtet Robert J. Mayerhofer, Wien, im Jahrbuch XXX/2. Band des Vereines für Landeskunde für Niederösterreich und Wien und beschreibt die einzelnen Wäschereien eingehenst, jedoch fehlt jene zu Melk im ausgehenden 16. Jahrhundert.

   "Goldwaschen betreff. zu Mölkh A. 1695 den 9ten September." lautet das Rubrum auf einem Akt des Stiftsarchives, aus dem hervorgeht, daß Georg Reitterer auf der Heid zu Emmersdorf und Simon Köcherl, ein Zimmermann aus Münichreit, nächst Melk Gold gewaschen haben.

 

Aus der Zeitschrift "Das Waldviertel", Jahrgang 1966, Band 4-6