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Heiliger Abend 1957 - vor 60 Jahren

 

Brand des Hauses Nr 64 Ebner

 

Ein authentischer Bericht aus eigener Erfahrung

 

   An 24. Dezember 1957, es war ein Dienstag, am frühen Abend, brach im Ebnerhaus ein Brand aus, dem das Haus und der Viehbestand fast vollständig zum Opfer fiel. Ich war damals im elften Lebensjahr und besuchte gerade die erste Klasse des Gymnasiums in Zwettl. Weihnachtsferien und alles und jeder wartete auf das Christkind. Seit Tagen war es bitter kalt, jedoch kaum Schnee, aber strenger Frost und Reif, dazu kräftiger wechselnder Ostwind. 

   Da erschien plötzlich aus dem Ebnerhaus Feuerschein und der Ruf "Feuer" gellte durch den Unterort. Die Männer eilten zum Brandherd, die Feuerwehr griff ein, konnte jedoch kaum mehr etwas retten. Das Haus war damals zum Teil noch mit Stroh gedeckt. Ob es damals schon so etwas wie eine Feuerversicherung gab, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich glaube jedoch nicht, denn dazu kam erst Jahre später Herr Franz Weber hin und wieder ins Haus.

 

Fassungslos stand ich mit meiner Mutter vor dem Haus. Vater und Brüder waren längst am Brandherd. Der wechselnde Ostwind trieb bald brennende Strohteile über die Häuser 2 bis 8. Nun hatten Frauen und Kinder und die herbeieilenden Männer alle Hände voll zu tun, die immer dichter heranfliegenden brennenden Strohteile zu löschen, welche auf den mit Stroh gedeckten Dächern und in den offenen Scheunen dramatische Brandstellen auslösten, welche nur mit viel Mühe und Glück und dem Einsatz aller in Schach gehalten werden konnten.

 

   Auch die Häuser 2 bis 7 wiesen damals teilweise noch Strohdeckung auf, was zu dramatischen Situationen führte. Auflodernde Brandstellen, die mit viel Mühe und viel Glück immer wieder gerade noch einmal gelöscht werden konnten. Erst nach Stunden war der Irrsinn vorbei, wobei einzelne Brandnester der Brandstelle auch am nächsten Tage immer wieder vom eiskalten Wind angefacht wurden. Die Feuerwehr, unter Komandant Johann Neunteufl Nr 17, mußte lange Brandwache halten, viele Männer und Frauen und Kinder versäumten die Christmette und auch die Christtagsgottesdienste. Ich trug damals im Unterort im ersten Jahr die Kirchenzeitung aus, ich wußte am folgenden Sonntag nicht wohin mit dem Blatt, erst Pater Robert erlöste mich am Nachmittag, nach der Segensandacht, von meinem Problem, indem ich die Zeitung einfach zurückgeben konnte und nicht verrechnen mußte.

 

   Was mir selbst heute noch in Erinnerung geblieben ist, war die Welle der Hilfsbereitschaft, welche von der Ortsbevölkerung den Abbrandlern entgegen gebracht wurde. Zuerst wurde die Brandstelle geräumt. Die Familie fand für einige Wochen im Stübl des Hauses Göschl Unterschlupf in diesen Notzeiten. Aber im beginnenden Frühjahr wurde die Menge an Bauholz, den die Ortsbewohner heranbrachten und dort ablagerten ständig größer und bald konnte der Wiederaufbau beginnen.

 

   Da ich vor dem Brand jeden Sonntag in das Haus gekommen bin und auch später noch jahrelang die Kirchenzeitung austrug, habe ich Florian Ebner und seine Frau Gattin Johanna und auch die Kinder, welche wesentlich älter als ich waren, gut gekannt. Sohn Raymund hat dann später mit Gattin Margareta das Haus übernommen.

 

   Dieses einschneidende Ereignis aus meiner frühesten Jugend ist mir bis heute wie ein Photo in Erinnerung geblieben wie kaum ein anderes. Vielleicht auch deshalb, weil alle Hauser gegenüber der Brandstelle damals in schwerer Gefahr waren und mein Elternhaus nur mit viel Glück einer derartigen Brandkatastrophe entging und ich derartiges nur einmal in meinem Leben erleben mußte.

 

Otmar Schuster, geboren und aufgewachsen auf Nr 7.