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Interessantes vom und zum WEIN

 

   Der Wein ist eine der ältesten Kulturpflanzen, welche auch im Waldviertel angebaut und geerntet wurde und wird. In diesem Fall im Waldviertler Randgebiet der Wachau. Heute längst auch im Krems- und Kamptal. Vor Jahren wurde oft und viel die Frage diskutiert, welches die größte Weinbaugemeinde Österreichs wäre. Langenlois oder Gols lautete der Zweikampf. Bei einem Besuch der Golser Gemeindevertretung 2012 in Langenlois wurde folgendes entschieden: Gols ist die größte Weinbaugemeinde Österreichs, Langenlois gesteht man den Titel der größten Weinbaustadt Österreichs zu. So ist der Streit zumindest solange beigelegt, bis Gols einmal das Stadtrecht erhält.

 

    Die Paläobiologen glauben, dass es die Wildrebe schon vor 70-100 Millionen Jahren gegeben hat, sind doch die ältesten Funde von Rebkernen 60 Millionen Jahre alt. Vor zweieinhalb Millionen Jahren war das Klima bei uns gemäßigt bis subtropisch, und es gediehen die Edelkastanie, die Magnolie und der wilde Wein. Die nachfolgenden Eiszeiten setzten dem ein Ende. Vor 8.000 bis 10.000 Jahren haben die Menschen begonnen, die Weinpflanze weiterzuentwickeln und ihre Frucht zu vergären. Heute soll es weltweit etwa 20.000 Rebsorten geben. 2500 Rebsorten sind für den Qualitätswein zugelassen, darunter an prominenter Stelle der Riesling. Züchten und Kreuzen, aber auch spontane Genveränderungen haben zu einer unüberschaubaren Vielfalt geführt - wie kann man sich da noch zurechtfinden? Schon im Altertum, als die Mannigfaltigkeit noch lange nicht so groß war, meinte der griechische Dichter VERGIL (70-19 vChr), es sei leichter, die Sandkörner am Meeresstrand zu zählen als die Rebsorten.

 

   In vielen Kulturen spielt der Wein als "Göttergetränk" von alters her eine zentrale Rolle. Die Kultivierung der Weinrebe im Nahen Osten reicht Jahrtausende zurück. Die Weine des antiken Griechenland sind sehr beliebt, der Weingott DIONYSOS ist volksnah. Im alten Rom entwickelte man die Techniken des Weinbaues weiter, doch aufgrund von Ausgrabungen weiß man, dass schon lange vor dem legendärer Kaiser Probus (232 - 282 nChr) auf dem Boden des heutigen Österreich Wein gepflanzt und geerntet wurde. Der erste schriftliche Nachweis über Weinbau ist eineinhalb Jahrtausende alt und stammt aus der Lebensbeschreibung des heiligen SEVERIN (+482 in Favianis-Mautern) in der Wachau.

 

   Im alten Griechenland wurden für den Weinbau viele kunstvolle Gefäße in verschieden-artigen Formen verwendet, welche sich bis heute erhalten haben. Das bekannteste Gefäß für die Aufbewahrung und den Transport des Weines ist wohl die Amphore, ein bauchiger Lagerbehälter aus Ton mit zwei Henkeln an einem schmalen Hals und einem spitz zusammenlaufenden Unterteil, der in einen dreibeinigen Untersatz gestellt wurde, sofern man die Amphore nicht legte, in den Boden steckte oder aufhängte; verschlossen wurde die Amphore mit scheibenförmigen Deckeln oder Stöpseln aus Gips oder Pech. An den Hälsen und Bäuchen der Amphoren finden sich aufgepinselte "Etiketten" mit Angabe über Herkunft  und Kellerei, Sorte und Alter des Weines. Die Kellereitechniken im alten Rom waren vielschichtig. Durch viele giftige Zusätze wird der Wein gezwungen zu munden, und wir wundern uns dann, dass er schädlich ist, meinte damals der Schriftsteller PLINIUS DER ÄLTERE.

 

   Ein zitierter Spitzenertrag von 8.000 Litern Wein aus einer Fläche von etwa 1 3/4 Hektar regt wieder zu einem Vergleich mit heutigen Verhältnissen an: Im Österreichischen Weingesetz wird für Qualitäts- und Prädikatsweine ein Höchstertrag von 6.750 Litern Wein pro Hektar festgelegt. Die römische Rekordlese hätte unser Qualitätskriterium erfüllt. Wenn man allerdings den beim "Weinautor" COLUMELLA erwähnten Weingarten des Philosophen SENECA hernimmt, so ergibt sich ein Hektarertrag von 10.400 Litern, was eindeutig auf einen "Massenträger" hinweist. Auch Betrügereien kamen schon im Alten Rom immer wieder vor: Etikettenschwindel, Verschneiden edler Sorten mit minderwertigen Qualitäten, künstliche Alterung, Panschereien aller Art zur Verbesserung von Geschmack, Geruch und Farbe. Wer geglaubt hat, all dies seien Erfindungen der letzten Jahrzehnte - Stichwort "Glykol-Skandal" - irrt gewaltig. Auch bei Verkostungen scheute man nicht vor faulen Tricks zurück: Wenn man den leeren Becher vorher mit aromatischen Wein ausschwemmte, nahm auch ein minderer Wein dieses Aroma an. Mit dem Zusammenbruch des Römischen Reiches erlitt der Qualitätswein in Italien seinen Niedergang. 

 

Die Entfernung von den auswärtigen Klöstern zu ihren Weingärten in der damaligen Wachau betrug in der 1. Hälfte des 2. Jahrtausends in der Regel mehrere Tagesreisen. Für die verschiedenen Besitzungen war daher ein fester Verwaltungsmittelpunkt vor Ort unabdingbar. Er hat und hatte vielerlei Bezeichnungen, Lesehof ist der gebräuchlichste. Der Lesehof bestand meist aus einem Wirtschaftsgebäude, mehreren Hofstätten zur Unterbringung von Arbeitskräften, Preßhaus und Weinkeller sowie zugehörigem Grundbesitz. Oft unterhielten die Klöster auch einen Weinausschank in ihren Höfen.

Mehr dazu unter DAMALS Beitrag 12.

 

   Die Reblaus-Katastrophe Ende des 19. Jahrhunderts hätte beinahe das Aus für den europäischen Weinbau bedeutet. Doch sie bringt, ebenso wie der Glykolskandal ein Jahrhundert später, eine Erneuerung mit steigenden Qualitätsansprüchen. In der Wachau leitete die Reblaus hin zum vermehrten Anbau der Marille und deren heutiger Bedeutung für die Wachau.Die EU hätte der Bezeichnung Marille und Marillenmarmelade gerne den Garaus gemacht, das haben die Österreicher wider Erwarten einmal nicht zugelassen.

 

 Der Glykol-Skandal erschütterte 1985 die österreichische Weinwirtschaft. Während der Wachauer Weinpionier Josef Jamek schon 1959 begann sortenreine und naturbelassene Weine zu keltern, war Anderen manches Mittel recht um "Qualität" zu erreichen. Das beweist ein Ereignis, daß in der Folge als Glykol-Skandal in die Weinbaugeschichte einging. 

   Den Großteil des beanstandeten Weins produzierten einige Winzer am Wagram, denen ein Chemiker aus Grafenwörth beratend zur Seite stand. Ein Firmeninhaber aus Fels am Wagram nahm sich nach seiner Verurteilung das Leben.

   Hinweis: Glykole sind zweiwertige Alkohole, zu denen auch Dietylenglykol gehört. Dieses kann auch als Frostschutzmittel eingesetzt werden, doch eigentlich ist dafür Monoethylenglykol besser geeignet. Das sollte man wissen, um die damaligen Schlagzeilen in den Medien besser zu verstehen: "Als im Doppler das Frostschutzmittel lauerte" und "Im Wein war nicht nur die Wahrheit". Was war der Anlaß für diese Schlagzeilen? Die Nachfrage nach billigem Prädikatswein für den Export war größer als die Menge an Traubensaft, die man aus Österreichs Weingärten gewinnen konnte. So waren einige Winzer darauf verfallen dem Wein Diethylenglykol als Süßungsmittel und Geschmacksverstärker beizufügen. Weine geringerer Qualität mutierten damit zu Prädikatsweinen. Die hohen Mengen an Frostschutzmittel, die manche Winzer als Betriebsausgaben geltend machten und anonyme Anzeigen ließen die Behörden hellhörig werden und nachforschen. An Hand von Proben wurden gepanschte Rebensäfte aus Niederösterreich und dem Burgenland gefunden; Wachauer Weine waren nicht darunter. Es folgten etwa 200 Anzeigen, dutzende Verhaftungen und Verurteilungen von bis zu acht Jahren Haft. In Kaufhäusern wurden vor laufender Fernsehkamera österreichischer Wein aus den Regalen entfernt. Unmengen gefälschten Weines endeten im Kanal oder als Industriealkohol. Der Exportmarkt war auf das Schwerste geschädigt. Viele Betriebe gingen Bankrott, auch kleinere, unbeteiligte Winzer gerieten in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Langfristig sollte sich jedoch der Glykol-Skandal als Segen erweisen. Österreich bekam eines der strengsten Weingesetze der Welt mit sehr scharfen Kontrollen. Es begann ein generelles Umdenken: Man setzte auf Qualität in der Boutelle an Stelle von Massenware im Tank oder in der Zweiliterflasche, dem legendären Doppler, der heute nahezu vollständig vom Markt verschwunden ist.

 

 

  Der bis heute umstrittene Dichter JOSEF WEINHEBER (1892-1945) spielte in der NS-Zeit eine zwiespältige Rolle. Zerrissen zwischem öffentlichen Ruhm auf der Grundlage seiner willfährigen Haltung und leidenschaftlichen Kritik an den Nazis im kleinen Kreis, suchte er Zuflucht im Alkohol. Sein Gedicht Einkehr in Dürnstein ist ein erschütterndes Dokument mit einem Lebensrückblick und Zweifel am letzten Ausweg:

 

Die Füße unter dem Tisch gestreckt

Im halben Müdesein,

So saß, so sann ich lang nicht mehr

Bei einem stillen Wein.

War`s einst so schwer - Wie lang ist`s her ?

Es muß ein Leben lang sein.

...

Ach, selbstgefoppt und trauriger noch

Als jeder Bösewicht,

Und immer vor dem Letzten noch

Zu feig: Du tust es nicht -

Wie kann der Wein noch Retter sein

Vor solchem Selbstgericht ?

 

Am 8. April 1945 tat er es doch: JOSEF WEINHEBER wählte den Freitod durch eine Überdosis Morphium.

 

   Rebsorten - Die älteste Rebe der Welt wächst nach dem Guinnes-Buch der Rekorde angeblich bei Marburg: über 400 Jahre alt, zählt sie zur slowenischen Rotweinspezies Zametovka. Zwei Weinstöcke in Südtirol machen ihr den Rang streitig: die 1601 gepflanzte Urrebe von Magreid und ein Weinstock namens Versoaln bei Prissian. Doch auch mitten in der Stadt Melk sieht man einen Rebstock, der angeblich 400 Jahre alt sein soll. Der 1769 im Garten des Londoner Hampton Court Palace gepflanzte Great Vine gilt mit einem Stammumfang von 3,80 Meter und bis zu 75 Meter langen Rebzweigen als der größte Weinstock der Welt. 

   Alte Reben, die noch der Weingewinnung dienen, geben sich bescheidener: sie sollten mindestens 40 Jahre zählen und zeichnen sich durch hohe Qualität, aber rückläufigem Ertrag aus. Als Weinberg mit den ältesten Reben Deutschlands (oder gar der Welt?) gilt der Rodter Rosengarten in der südlichen Pfalz. 400 knorrige Traminer-Rebstöcke sind rund vier Jahrhunderte alt und liefern jährlich 300 bis 500 Liter Most.

   

   Österreich - Für die Qualitätsstufen ab Landwein dürfen nach den gesetzlichen Vorgaben 35 Rebsorten verwendet werden - 22 Weißwein- und 13 Rotweinsorten, für die unterste Qualitätsstufe kommen noch einige wenig bekannte Sorten dazu.

 

Weißwein - Zwei Drittel der Rieden Österreichs sind mit weißen Reben bepflanzt; in der Wachau sind es fast 90%. Der grüne Veltliner (auch GV genannt), die wichtigste (zumindest ursprünglich) autochtone (einheimische) Rebsorte des Landes, liegt mit 30% der gesamten Rebfläche (Wachau: etwa 50%) unangefochten an der Spitze. In der Zwischenzeit planzt man den "GV" auch in anderen Ländern; die entstandenen Weine werden sogar schon im internationalen Vergleich verkostet. Bekannt ist der Grüne für seine pfeffrige Würze.

   Mit deutlichem Abstand, was die österreichische Rebfläche betrifft, folgt der vielseitige Welschriesling, der im Weinviertel, in der Steiermark und im Burgenland gepflanzt wird. Der früh reifende Müller-Thurgau (Rivaner) liegt zwar in Österreich noch an dritter Stelle, die Anbaufläche hat sich aber im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts um mehr als ein Drittel reduziert. Die Sorte wurde für eine Kreuzung von Riesling und Sylvaner gehalten, nach neuesten Forschungen soll jedoch nicht Sylvaner sondern die Tafeltraube Madeleine-Royale beteiligt sein. 

   Nach dem Weißburgunder folgt der Riesling, der etwa 4% von Österreichs und 13% der Wachauer Rebflächen bedeckt. Danach kommt in Österreich die am meisten verbreitete Weinsorte der Welt, der Chardonnay

   Als lokale Spezialität der Wachau ist noch die Neuburger-Traube anzuführen.

 

Rotwein - Die häufigste Rotweinsorte Österreichs ist der Zweigelt, eine Kreuzung zwischen Blaufränkisch und St. Laurent. Die österreichische Rebfläche des Zweigelt ist derzeit etwa halb so groß (6.500 ha) wie die des Grünen Veltliners.

   Die Sankt-Laurent-Rebe wurde in Klosterneuburg erstmals 1863 ausgepflanzt. Ihre Abstammung ist nicht ganz klar, sie gehört jedenfalls zur Burgunderfamilie. Heute wird sie bei uns vor allem im Burgenland gezogen. Österreichweit liegt sie nach Zweigelt, Blaufränkisch, Blauem Portugieser und Blauburger an fünfter Stelle. Blauburger ist ein Kreuzung, der beiden davor genannten Rebsorten, gezüchtet ebenfalls von Friedrich Zweigelt.

   Eine Bemerkung verdient noch der Rose-Wein, der in letzter Zeit immer beliebter wird. Es gibt natürlich keine Rose-Trauben; der Wein mit der blassroten Farbe entsteht vielmehr dadurch, dass man Rotweintrauben wie bei der Produktion von Weißwein vergären lässt.

 

 

 Weinbaugebiete Österreichs 

 

Eigentlich wird in allen Bundesländern Österreichs Wein gepflanzt, von wirtschaftlicher Bedeutung sind jedoch nur vier: Niederösterreich mit etwa 27.000 ha, das Burgenland mit fast 14.000 ha, die Steiermark mit etwa 4.200 ha und als Schlusslicht (von der Rebfläche her) Wien mit 612 ha. 

   Für uns Waldviertler und Niederösterreich bedeutend die Wachau mit etwa 125 Rieden und rund 1350 ha Rebenfläche. Dann Kremstal (2.240 ha), Kamptal (3.800 ha) , Traisental (790 ha), Wagram (2.450 ha), Weinviertel (13.350 ha), Carnuntum (910 ha) und die Thermenregion (2.200 ha).

 

Weine der Wachau nach Kategorien

 

   Steinfeder: Gilt für die "leichteste" Qualität bis maximal 11,5% Vol Alkohol. Benannt nach dem silbrig glänzenden Wachauer Federgras auch Steinfeder genannt. Fruchtige, duftige und nuancenreiche Weine mit so geringem Alkoholgehalt können in der Wachau aufgrund des Klimas und der Bodenbeschaffenheit gekeltert werden.

 

   Federspiel: Die mittlere Kategorie der Wachauer Weine, 11,5% bis 12,5% Vol Alkohol. Kraftvoll und rassig im Geschmack, aber doch elegant, feine Fruchtnote und Mineralik, der ideale Essensbegleiter. 

 

   Smaragd: Weine dieser dritten und besten Qualitätskategorie, nicht benannt nach dem Edelstein sondern nach der in der Wachau häufig auftretenden Smaragdeidechse, haben mindestens 12,5 Vol Alkohol und müssen entsprechend dem Österreichischen Gesetz als "trocken" eingestuft sein. Es sind komplexe Weine mit der längsten Haltbarkeit.

 

   Diese Kategorisierung gilt für Weißweine aller Sorten. Vinea-Winzer können auch Weine produzieren, die nicht diesen Kriterien entsprechen, dürfen sie dann aber mit einer der drei Kategorie-Bezeichnungen versehen. 

 

  DAC - In Österreich wurde im Jahr 2002 die Bezeichnung DAC (Districtus Austriae Controllatus) für typische Weine einer Region vergeben. So gibt es etwa Weinviertel DAC für den Grünen Veltliner, der bestimmten Qualitätsanforderungen entspricht oder Kremstal DAC für Grünen Veltliner und Riesling. Der Zusatz Reserve ist gehaltvolleren DAC Weinen aus späterer Lese vorbehalten. Mit dem Stand von Ende 2013 wurde der DAC-Status neun von insgesamt sechzehn österreichischen Weinbaugebieten gesetzlich zugestanden. Ein wenig verwirrend ist dabei, dass DAC-Gebiete ganze Weinbauregionen oder nur Teilbereiche abdecken können. Ob der Normalverbraucher das alles versteht?

   DAC ist ein Bekenntnis zum Gebiet, das den Wein prägt. Es ist die "romanische" Linie der Weindeklaration im Gegensatz zur "germanischen", die primär von der Weinsorte ausgeht. So spricht man eben in Frankreich von einem "Bordeaux" oder einem "Burgunder", in Italien von einem "Barolo" oder einem "Brunello (da Montalcino)"; natürlich ist auch in Deutschland die Herkunft (Rhein, Mosel...) von Interesse, vielfach hat aber die Rebsorte (Rheinriesing...) den Vorrang.

   DAC Wachau gibt es nicht. Kein klarer Weinstil in der Wachau? Das Gegenteil ist der Fall, wie festgelegte Kriterien der Vinea und die großartigen internationalen Erfolge des Wachauer Weines zeigen. Die Vinea Wachau" war so etwas wie der Vorreiter der DAC-Philisophie. Als die EU ab 2006 auch "Kunstweine", die nach speziellen Techniken hergestellt werden, zuließ, antwortete die Vinea Wachau mit dem Codex Wachau, einer Charta des reinen Weins, welche die Qualitätsvorschriften weiter verschärfte. Dabei wird der Weinbau als Handwerk, nicht als Industrie gesehen.

 

Der Heurige

 

   Eigentlich gibt es ihn seit vielen Jahrhunderten - die Schenke, wo man das betreibt, was man früher das "Leutgeben" nannte: Ein Winzer gab selbsthergestellten Wein gegen Entgelt an die "Leut" ab- so könnte man glauben. Doch die Bezeichnung geht vielmehr auf das althochdeutsche Wort lid, zurück: das "Gegossene" also das, was man einschenkt.

Die 1470 in Krems (300 Häuser) "verleutgebte" Weinmenge erreichte 360.000 Liter.

Von hier führt die Entwicklung zum "Heurigen", wie diese Einrichtung in der Wachau und im restlichen Österreich genannt wird. Ausserdem ist die Bezeichnung doppeldeutig: Heuriger nennt man den Wein der letzten Lese und das ganz spezifische Lokal, wo dieser und andere Weine ausgeschenkt werden. 

   Der Traubenkranz wird als Weinzeiger gedeutet, während der beschränkten Zeit des Ausschanks. Wenn das stimmt, so gibt es heute vielfältige "Nachfolgerzeichen", die meist an Stangen - auf österreichisch: Hengln - an den betreffenden Lokalen befestigt und auch oft beleuchtet sind: Laub- oder Strohkränze im Rhein- und Moselgebiet, aber auch beim Heurigen in der Wachau, anderen Teilen Niederösterreichs und Wien, wo gleichermaßen Nadelholzbuschen anzeigen, dass ausgsteckt`ist: grüne Besen bei Besenwirtschaften in Würthemberg; grüne Hecken bei den Heckenwirtschaften in Franken; Sträuße bei den Straußwirtschaften an Rhein und Mosel; Räder bei den Rädlewirtschaften am Bodensee. Neben den "Standartzeichen" gibt es im ostösterreichischem Raum auch Weinlaubimitate aus Blech oder ganz einfach Hobelscharten. Früher sah man kunstvoll gefertigte Strohräder oder an wenigen Orten, darunter Weißenkirchen, einen verschlungenen Holzstern mit sechs Spitzen; da er einem Judenstern ähnlich sah, verschwand er in den 1930-er Jahren.

 

   Die Einführung der Registrierkassenpflicht 2016 in Österreich auch für kleine und kleinste Heurigenbetriebe und Gastwirtschaften sollte dem Finanzminister 900 Millionen Euro pro Jahr in die Kasse spülen, eine krasse Fehleinschätzung wie sich bereits zum Jahresende herausstellte. Gerade diese Maßnahme zwang viele kleine Heurige und solche, welche von älteren Weinhauerfamilien betrieben wurden, zur vorzeitigen und entgültigen Aufgabe. Schade darum, da waren viele kleine Betriebe dabei, welche der mehr oder weniger passionierte Heurigengeher besonders schätzte und in Zukunft schmerzhaft vermissen wird, einerseits wegen des tollen Ambientes und andererseits der guten Weine wegen.

 

   Übrigens wurde im März 2017 bei der "Pro-Wein" in Düsseldorf (Deutschland), einer der größten Weinmessen der Welt, eine neue Weinsorte aus Wachau vorgestellt.

Der Donau-Riesling

 

 

Auszugsweise entnommen aus "Wachau, Wein, Welt Band 2 - Wein" von Fritz Friedl.

 

 

Abschließend noch einige Sätze zur Weinwirtschaft unseres Stiftes Zwettl

 

   Schon seit dem Mittelalter muß das Stift Zwettl wegen seiner vielen, sich stets vermehrenden Weingärten auch in Nußdorf (Wien) einen Lesehof bewirtschaftet haben. Zum Besitz des Stiftes gehörte um 1586 ein Klosterhof in Rafing bei Pulkau, ebenso ein Weinzierlhof bei Krems. Nachdem das Stift 1740 das Weingut Schloß Gobelsburg mit Engabrunn käuflich erworben hatte, wurde die Administration der Weingärten von Kammern hierher verlegt und der Freihof aufgelöst. In der folgenden Zeit kristallisierte sich mit diesem Weingut im Raum Langenlois-Kammern ein mustergültiges Zentrum der zwettlerischen Weinwirtschaft heraus, welches schließlich seit dem Verkauf des Hofes und des Weingutes zu Nußdorf im Jahr 1933 bis zu seiner Verpachtung (1996) das einzige war.

 

 

 Weitere Literaturempfehlung:"Der Schatz im Keller" von Rolf Malli,

erhältlich beim Waldviertler Heimatbund

 

 

 Otmar Schuster, im August 2017