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Geschichte der Donauhochwässer

 

Ein Rückblick in die Geschichte der Donauhochwässer zeigt, dass etwa seit dem 11. Jahrhundert in diversen Chroniken von katastrophalen Donauhochwässern berichtet wird. Seit Beginn dieser Aufzeichnungen gab es in rund 900 Jahren etwa 150 größere Hochwässer, von denen an die 50 sehr große Schäden angerichtet haben. Die verheerendsten Hochwässer werden heute als Jahrhundert- oder gar Jahrtausendhoch-wasser eingestuft. Überall an der niederösterreichischen Donau werden sie in den verschiedensten Orten Pegel mit den jeweiligen Höchstständen finden.

 

Die Donauregulierung und der der Bau der Donaukraftwerke im 20. Jahrhundert haben vieles positiv verändert, aber mancherorts zur Verschärfung mancher bedrohlichen Situation beigetragen, bis man versuchte diese Bedrohlichkeiten wieder in den Griff zu bekommen.

 

Aus dem Jahr 1021, gibt es, in Verbindung mit der Lebensgeschichte des heiligen Koloman, den ersten schriftlichen Bericht über ein Donauhochwasser, das so viel Schaden anrichtete, dass die Bewohner der unglücklichen Gegenden sich keines solchen Jammers erinnerten.

 

1172 und 1235 gab es Eisstöße mit folgemschweren Hochwasser, dabei blockierten Eisblöcke den Wasserabfluss.

 

Das Jahr 1210 ist zunächst wegen der Juni-Hochflut, der viele Menschen zum Opfer gefallen sind, in höherem Maß aber wegen des nach einem siebentägigen Regen eingetretenen August-Hochwassers, hervorzuheben.

 

1304 gab es eine gegenteilige Wettersituation: es herrschte so große Trockenheit in Österreich, dass die Donau durchwatet werden konnte.

 

Im Februar 1342 forderte in Wien ein Eisstoß angeblich 6.000 Menschenleben. Im Juli 1421 kam es zum Magdalenenhochwasser in Mitteleuropa. Dazu gibt es aber keine zuverlässigen Chronikangaben. Wenn man den wenigen Überlieferungen Glauben schenkt, sollte dieses Hochwasser das größte des 2. Jahrtausends gewesen sein, schlimmer noch als 1501.

   

Auffallend wasserreich war das erste Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts, in dessen Verlauf sieben Hochwasserjahre vermerkt werden. Das schlimmste davon war im Jahr 1402. Die Chronik schildert es mit den Worten "Ein bewegter See schien sich zu lagern und durch 10 Tage hielt sich das Wasser auf gleicher Höhe".

 

Weiters wird berichtet, dass am 17. Februar 1439 in der Nacht des Aschermittwochs ein Eisstoß die Fluten der Donau über die Ufer trieb und dabei 70 Menschen ertranken. Davon 40 in Stein.

 

1501 kam dann das Jahrtausend Ereignis - das größte bekannte Donauhochwasser, als Himmelfahrtsgieß bezeichnet, weil zu Maria Himmelfahrt, am 15. August, der Höchststand erreicht war. Abgesehen von den Schäden an Feldern, Häusern, Mensch und Vieh, das Wasser drang in die Pfarrkirche (in Melk) ein und stand hier eine Elle über den Altären, wühlte die Gräber um, mit dem Schiff musste man die Altarbilder aus der Kirche schaffen. Die vorbeirauschende Wassermenge wird mit 14.000 m3 pro Sekunde geschätzt. Erst ab diesem Hochwasser kamen die Pegel auf, auf denen die jeweiligen Höchststände vermerkt wurden. Zur gleichen Zeit herrschte auch an Elbe und Oder ein Ausnahmehochwasser.

 

Ein verhängnisvolles Eishochwasser im Februar 1571 richtete verheerende Zerstörungen an. Das durch die Eismassen aufgestaute Wasser stand 12 Tage lang auf gleicher Höhe.

 

Von den zahlreiche Hochwassern des 17. Jahrhunderts ist insbesonders jenes vom Juli 1670 hervorzuheben, welches in der Pfarrmatrik von Grafenwörth beschrieben ist.  Ein weiteres Hochwasser vom 25. Juni 1682 ist ebenfalls erwähnenswert.

 

Wenn man die Jahrhunderte miteinander vergleicht, gab es im 18. die bei weitem größte Anzahl der Hochwässer. Zwei Hochwasser sind besonders erwähnenswert. Das erste trat im Sommer 1730 auf, da verwandelt sich das Machland in eine Wasserwüste. 1768 ereignete sich ebenfalls ein großes Hochwasser, dass in den Ratsprotokollen von Grafenwörth beschrieben wird. 1787 erreichte die Katastrophe fast das Ausmaß von 1501. Anfang November, wo man eigentlich Niederwasser erwartet, gab es ein Allerheiligenhochwasser. Dieses Ereignis ist als "Allerheiligengieß" in die Chroniken eingegangen.

 

Auch das 19. Jahrhundert hat seine Donauhochfluten aufzuweisen. Besonders katastrophal hat sich das Eishochwasser vom Februar 1830 ausgewirkt. Es gab 74 Tote und hatte in Wien eine Cholera-Epidemie zur Folge, an der bis Dezember 1831 rund 2.000 Menschen starben, Das schwere Hochwasser von 1862 mit einem schweren Eisstoß in Wien richtete große Schäden in Passau und Wien an, wo unter anderem die Taborbrücke in Wien zerstört wurde.

Dieses Hochwasser war der Anlass für ein Reichsgesetz, das die Donauregulierung festlegte. 1899 war wieder ein Jahrhunderthochwasser, mit dem Schwerpunkt im Marchfeld. Günstige Umstände verhinderten jedoch eine noch höhere Flutwelle und eine noch höhere Katastrophe. Infolge der verhältnismäßig späten Jahreszeit fiel in den Bergen ein Teil der Niederschläge schon als Schnee und wegen des trockenen Vorwetters konnte der Boden einen beträchtlichen Teil des Regens aufnehmen.

 

Hochwässer des 20. Jahrhunderts

 

Schlüsseljahr war 1954. Aufgrund von schweren Unwettern sah man von Maria Taferl aus den See, der sonst als Donau bezeichnet wird. Alle Orte der Wachau standen unter Wasser, der Verkehr wurde mit Zillen aufrechterhalten, für Fußgänger gab es Laufstege. In Mautern rettete ein Amphibienfahrzeug der russischen Besatzungsmacht Menschen und Tiere.

Elf Jahre später 1965 kam das nächste größere Hochwasser, diesmal nicht so hoch, dafür dauerte es drei Wochen lang. Die 70iger Jahre brachten uns drei Hochwässer, wobei jenes vom Juli 1975 besonders zu erwähnen ist.

 

Wie im Jahr 2002 war schon 1210 die Überflutung zweimal gekommen. 2002 kam die Flut im März und im vollen Ausmaß dann im August. Untypisch war, dass das Wasser nicht von Westen herankam, sondern von Norden, vom arg betroffenen Waldviertel und vom Mühlviertel. Im Kamptal gab es ein noch nie dagewesenes Jahrtausendhochwasser, und der Kremsfluß verursachte arge Schäden im Osten von Krems. Der Pegel in Kienstock (gegenüber von Weißenkirchen) normal um die 300cm Marke pendelnd, erreichte die Rekordhöhe von 1087cm. Auch viele Natursteinmauern der Weinterrassen wurden zerstort. Eine Folge dieser Katastrophe war, dass in Weissenkirchen und dann auch in Spitz am Donauufer niedrige Betonmauern entlang der Donau errichtet wurden, die im Ernstfall mit mobilen Aluminiumwänden erhöht werden können - eine Lösung, die sich in Stein schon bewährt hatte. Im Juni 2013 kam dann die erste Bewährungsprobe, schon wieder kam ein Jahrhunderthochwasser. Die Höhe erreichte annähernd das Niveau von 2002, doch diesmal verschonte die Flut dank der von Feuerwehrleuten rasch aufgebauten Aliminiumwände Weißenkirchen, Spitz und Mautern, während andere Orte wie Emmersdorf, Aggsbach  oder Loiben überschwemmt wurden. Besonders tragisch war das Schicksal der Melker, wo der Hochwasserschutz gerade im Bau und daher noch nicht wirksam war. Inzwischen ist der Hochwasserschutz auch in Loiben fertiggestellt und wird sicherlich in absehbarer Zeit seine Bewährungsprobe ablegen müssen. Emmersdorf und Aggsbach kann man nur wünschen, dass auch dort die Schutzbauten ausgeführt werden können, bevor die nächste Flut kommen wird.

 

Otmar Schuster, im Jänner 2017,

unter Benutzung von "Wachau Wein Welt, Band 1" von Fritz Friedl und

den Aufzeichnungen der Feuerwehr Baumgartenberg als Quellen.