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BESUCHERSTATISTIK

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Das Wiener Findelhaus

 

von Otmar Schuster

 

 

   1784 von Kaiser Joseph II ins Leben gerufen, war nach Moskau die zweitgrößte Institution ihrer Art und hat in der ganzen Welt Verbreitung gefunden. Die Idee dazu geht jedoch offensichtlich auf seine Mutter Maria Theresia zurück, welche mit einem, allerdings dann doch nicht zustande gekommenen, Dekret die Institution einer Findelanstalt verfolgte. Einzige Herrscherin der Habsburger (1740-1780), konservativ und streng religiös, trotzdem eine eifrige Reformatorin "wider Willen". 

 

   Maria Theresia als überzeugte und strenge Katholikin, versuchte ihren Kampf gegen die Unkeuschheit auch in den bürgerlichen Schichten durchzusetzen. 1752 richtete sie die "Keuschheitskommission" ein. Der Erfolg war allerdings bescheiden. Unkeuschheit und uneheliche Geburten wurden in der Endzeit der Herrschaft Maria Theresias zu einem großen Problem und so versuchte 1784 Kaiser Joseph II. mit Gründung des Wiener Findelhauses dieses Problem ein wenig zu mildern und mit toleranten Methoden dagegen anzugehen. Im Bereich des neugegründeten Wiener Allgemeinen Krankenhauses machte man es endlich mittellosen Frauen möglich ihr Kind weitgehend anonym zur Welt zu bringen und damit der gesellschaftlichen Schande zu entgehen. Das Problem der vielen Kindstode hatte sich damit nur verlagert.

 

   Das neue Wiener Findelhaus erwies sich als offener "Grabschacht". Von den dort zwischen 1784 und 1910 abgelegten 730.000 Kindern erlebten 68% der vom Wiener  Findelhaus aufgenommenen Kindern das Ende der Verpflegungszeit nicht aufgrund schlechter hygienischer Bedingungen und unzureichender Pflege durch die oft vom Land stammenden Pflegeeltern. Im Extremjahr 1813 starben 97% der ins Findelhaus aufgenommenen Kinder. Auch im Waldviertel fanden vieler dieser Kinder Aufnahme bei Witwen oder Kleinhausfamilien, für die das vom Staat bezahlte geringe Kostgeld dennoch eine willkommene Aufbesserung der eigenen tristen Verhältnisse bedeutete. In den Sterbebüchern der waldviertler Pfarren finden Sie die Sterbefälle solcher Pflegekinder reihenweise. Relativ wenige überlebten und blieben letztendlich hier bis zu ihrem Lebensende, aber nur wenige machten Ihr Glück.

 

http://wwwg.uni-klu.ac.at/kultdoku/kataloge/24/html/2040.htm

 

http://verhuetungsmuseum.at/pdft.php?id=16