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Das Rotwelsch

 

 

 Wortzusammensetzung: "rot" = Gauner, Landstreicher

und "welsch" = unverständliche Sprache.  

 

   Im 13. Jahrhundert entstandene Gauner- und Bettlerspache, deren Wortschatz zum Teil auf Sonderbedeutungen bekannter Wörter basiert. Rotwelsch hat mehrere Ausgangssprachen, wie Deutsch, Jüdisch und die Sprache des fahrenden Volkes. Die früheste schriftliche Erwähnung dieser Sprache stammt aus dem Jahr 1250.  

 

   Das erste Wörterbuch des Rotwelschen erschien 1901. Die damalige sorgfältige Auflistung von Friedrich Kluge ist auch heute noch aktuell.

 

   Das Rotwelsche ist ursprünglich eine Geheimsprache der Nichtsesshaften, also des "fahrenden Volkes". Roma, Sinti und Jenische wurden als fahrendes Volk bezeichnet. Sie waren von Bildung und Grundbesitz ausgeschlossen. Sie galten früher als vogelfrei, durften daher eingesperrt, geschlagen oder auch erschlagen werden. 

 

   Die Sprache kennt auch viele Zeichen, die sogenannten "Gaunerzinken". Das Wort "Zinke" ist aus dem lat. "signum" abgeleitet und dem althochdeutschen "zinko" (die Zacke). Was sind Zinken? Die Zinken oder der Zink ist eine geheime Verständigung durch grafische Zeichen (Zinken) oder auch akustische Zeichen (Verständigung durch Handzeichen, Imitierung von Tierstimmen, usw). Im 13. Jahrhundert entwickelte das "fahrende Volk" seine "Geheimsprache" mittels Geheimzeichen den ursprünglichen Zinken. Diese dienten dazu, um Nachkommende zu leiten oder zu warnen. Sie sagten unter anderem aus, wo man etwas zu Essen, Arbeit oder ein Nachtlager bekommen konnte. Diese Zinken waren den Sesshaften, den "Gatschi" nicht bekannt, sondern eben nur dem fahrenden Volk.

 

   Im 16. Jahrhundert entwickelten sich aus den Zinken die Mordbrennerzeichen, mit ihrer Hilfe informierten sich Banden wann und wo ein Hof, ein Haus, überfallen oder auch brandgeschatzt werden konnte.

 

   Im 18. Jahrhundert waren Rotwelsch und Zinken bei den "standlosen Bürgern", also kleinen Gaunern, Bettlern, Hausierern, Zigeunern, Landstreicher, Kesselflicker, Scherenschleifern und anderen Vaganten beliebte "Bettlersprache". Zinken wurden mit Kreide oder Kohle gemalt. Auf Bahnhöfen, Wirtshäusern, Toiletten, Kirchen und Häusern.

 

   Im 19. Jahrhundert kamen dann die Gaunerzinken so richtig in Gebrauch. Diebe, Einbrecher, Landstreicher, Bettler gaben sich damit Hinweise über ausspionierte Häuser und deren Bewohner. Etwa wer darin wohnt, ob ein Hund vorhanden wäre, usw.   

 

Auch heute ist die Gaunersprache und seine Zinken keineswegs ausgestorben, sondern wird wieder häufig von Dieben und Einbrechern genutzt. Nehmen Sie einmal Mauern und die Umgebung Ihres Hauses genau in Augenschein, da können Sie auch heute so manches Zeichen finden.

 

Aktuelle Informationen dazu unter "Heute" - 01 Gaunerzinken