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D a s  G e l d

Von der Krone zum Euro

 

 Im vergangenen Jahrhundert hatten in Österreich fünf verschiedene Währungen ihre Gültigkeit: Die Krone, der "alte" Schilling, Reichsmark, Schilling und Euro.

 

Unsere Jugend kann sich ein Österreich ohne den Euro gar nicht mehr vorstellen. Kaum jemand unter 30 hat noch ein Gefühl für den Wert unseres früheren Schillings, geschweige denn, dass jemand aus dieser Altersgruppe größere Geldgeschäfte noch in Schilling abgewickelt hätte. Auch wenn gefühlt so mancher ältere Österreicher dem Schilling noch nachweint in Wirklichkeit scheint das kaum noch ein Thema zu sein. So mancher sogenannte Experte vertritt die Ansicht dass es unter den Österreichern kaum mehr jemanden gibt, der dem Schilling noch einigermassen mit Wehmut gedenkt. Wir haben uns angeblich an den Euro gewöhnt und kaum jemand würde noch in Schilling und D-Mark umrechnen, wenn eine Rechnung oder ein Einkauf bezahlt werden muss. Da muss ich und so mancher Österreicher doch noch etwas anders ticken, wenn ich registriere, wie oft aus meinem Bekanntenkreis zu hören ist, dass so mancher seinen Einkauf mit Wehmut mit den Schillingzeiten vergleicht. Ich selbst denke zum Beispiel gerne an meine Schulzeit, wenn ich mir selten aber doch, manchmal einen Bensdorp oder Klaus um einen Schilling oder einige Stollwerks um je 10 Groschen kaufen konnte.

 

   Heute sind Banknoten und Münzen allenfalls Bühnenbilder, keine Dramen und Tragödien. Schon bei der nächsten Inszenierung können sie leicht ausgetauscht oder zu meinem Entsetzen in Bälde ganz abgeschafft werden.

 

   Der Euro existiert in Österreich seit dem 1. Jänner 1999 als Buchgeld. Seit 1. Jänner 2002 löste der Euro auch als Bargeld den Schilling ab. Die Eurobanknoten sehen in allen Ländern gleich aus. Das Europäische Währungsinstitut, ein Vorläufer der Europäischen Zentralbank, veranstaltete 1996 einen europaweiten Wettbewerb zur Gestaltung der Euro-Banknoten. Gewonnen hat diesen ein Österreicher - nämlich der Banknotendesigner Robert Kalina. Die nationalen Seiten der Euromünzen konnte jedes Land selbst gestalten. Die Gestaltung der gemeinsamen Seite wurde auch durch einen Wettbewerb bestimmt, den ein Belgier gewann.

 

   Bevor der Euro als Zahlungsmittel in Österreich eingeführt wurde, gab es im vergangenen Jahrhundert eine Reihe von anderen Zahlungsmitteln. Vier, um genau zu sein. Ab 1900 war die Krone in der Monarchie alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel. Der Erste Weltkrieg verursachte eine massive Geldentwertung und leitete dann schon wieder zum Verfall der Kronenwährung über. Die massive Geldentwertung führte zu einer Hyperinflation, die 1922 in der Ausgabe einer Banknote mit einem Nennwert von 500.000 Kronen ihren Höhepunkt fand. Ende November 1922 wurde dann schließlich die Österreichische Nationbank gegründet. Deren Gründung war der Auftakt zur Neuordnung der Währung. Mit 1. Jänner 1925 trat das Schillingrechnungsgesetz in Kraft, es wurde der Umrechnungskurs von 10.000 Kronen zu einem Schilling festgelegt. Eine Zeit des stabilen Geldwertes begann. In der ersten Republik war der auch als "alter" Schilling bekannte Schilling eine der stabilsten Währungen Europas und wurde auch als "Alpendollar" bezeichnet. Dies trotz massiver Wirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit.

 

   Der Einmarsch der Deutschen Truppen am 12. März 1938 setzte Österreichs staatlicher Unabhängigkeit ein jähes Ende und auch der eigenen Währung. Der Schilling wurde im "Tausendjährigen Reich" durch die Reichsmark ersetzt, Österreichs Gold- und Devisenreserven von der deutschen Reichsbank vereinnahmt. Eine Reichsmark entsprach dem Wert von 1,5 Schillingen. Nach dem abrupten Ende des deutschen Reiches waren in Österreich sowohl Reichsmark als auch der "alliierte Militärschilling im Umlauf.

 

Im Juli 1945 folgte, um das Geldwesen neu zu ordnen, die Wiederbegründung der Österreichischen Nationalbank. Im Dezember deselben Jahres wurde der Schilling als Zahlungsmittel wieder eingeführt. Eine Reichsmark entsprach dem Wert von einem Schilling. Bis zur Einführung des Euros behielt der Schilling schließlich seine Stabilität und Gültigkeit.

 

  Eine gemeinsame Währung ist in einem gemeinsamen Europa sicher für jeden Reisenden ein großer Vorteil. Trotzdem frage ich mich, warum so mancher EU-Staat  die Einführung des Euro ablehnt. Ja die permanente übermäßige Schuldenwirtschaft könnte den Tod des Euro zur Folge haben. Auch die Kaufkraftunterschiede des Euro in so manchen EU-Staaten geben mir dabei schwer zu denken. 

 

  Aber totzdem habe ich mich sehr gefreut, dass ich im letzten Urlaub im Bayrischen Wald für das Krügel Bier nur Euro 2,40 bezahlen musste, für dass ich in Österreich bis zu 4 Euro oder mehr hinblättern muss, wenn ich unbedingt zum Mittagessen im Gasthaus eines haben möchte.

 

Auszugsweise aus NÖN EDITION Geschichte

 

Otmar Schuster, am 31. Dezember 2017.