Besucher im lfd Monat

Besucher im Vormonat

Juli  2018  11552

Juni 2018  14714 

Mai 2018   12322

April 2018  15715

 

BESUCHERSTATISTIK

2013 - 1949/13053 Besucher/Zugriffe

2014 - 4545/15360 Besucher/Zugriffe

2015 - 11556/14525 Besucher/Zugriffe

 

2016 - 8326/19441 Besucher/Zugriffe

 

2017 - 8736/33478 Besucher/Zugriffe 

Zählung je Zugriff ab Mai 2018

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1966 - Osttirol

 

  Anfang Juli 1966 rückte ich zur Ableistung meines Präsenzdienstes nach Krems ein. Damals gab es fünf Schilling pro Tag Taggeld und und den ersten Ausgang aus der Kaserne nach vier Wochen. Nach der Beendigung der Grundausbildung nach über zwei Monaten ging es Anfang September in das "Neue Lager Allentsteig" zur damaligen PZAA3 zur Spezialausbildung. In Krems hatte man uns in den letzten Tagen schon mitgeteilt, dass wir nach unserer Überstellung nach Allentsteig unmittelbar nach Osttirol zum Katastropheneinatz, nach schwerem Hochwasser, mit der Bahn verfrachtet würden. Keiner wußte vorher genau wo es hin ging und wielange, ursprünglich waren drei Wochen angesagt. Erst am Bahnhof in Matrei in Osttirol erfuhren wir, dass es ins Virgental gehen sollte, hinauf nach Obermauern (über 1200 Meter), einem Ort nächst Virgen, mit einer wunderschönen über dem Ort thronenden Wallfahrtskirche, Maria Schnee. Wir waren in eingeschränkter Kompaniestärke und wurden auf einzelne, zu unserem Aufenthalt, leergeräumte Holzhäuser aufgeteilt, wo wir bis zu acht Mann in einem Raum auf Strohsäcken am Boden schliefen.

   Das Essen der Bundesheerküche war hervorragend, dazu gab es Bier und Zigaretten. Die Arbeit war hart, sodass wir am Abend nach dem Essen in der ersten Tagen einfach auf unser Lager gefallen sind und tief und fest geschlafen haben. Sonntags war frei, da gingen die Bergfexe auf den Großvenediger oder andere Gipfel, die weniger Schwindelfreien wie ich wagten sich auf Almen und Berghütten jenseits der 2000-Grenze und erwanderten die Umbalfälle. Unser 5-Schilling Taggeld konnte damals kaum einer verbrauchen, denn wenn wir am Sonntag in eine Berghütte oder in ein Gasthaus in Virgen kamen, dann zahlten meist die Einheimischen oder Urlaubsgäste für uns. Die Bevölkerung begegnete uns freundlich auch

wenn wir so manches Wort nicht verstanden. Die Zeit verging schnell, der Herbst war traumhaft schön. Schon am Ende der zweiten Woche wußten wir, es würde eine Verlängerung auf vier und später auf fünf Wochen geben. Arbeit gab es genug. Es waren wunderschöne und sinnvolle Wochen. Der damalige Landeshauptmann Wallhöfer verabschiedete uns auf dem Hauptplatz in Matrei. Am Donnerstag den 19. Okt kamen wir wieder nach Allentsteig zurück, am Freitag ging es für alle ab in ein Urlaubswochenende. Für mich besonders wichtig, den am Samstag den 21. Oktober 1966 heiratete mein Bruder Leopold. Alle bewunderten meine tiefbraune Urlaubsfarbe, als wäre ich in der Südsee gewesen.

 

  Ich habe später mit Gattin und Kinder noch zweimal das Virgental besucht, aber diese steilen und schwierigen Wanderungen waren nicht mein Ding. Trotzdem erinnere ich mich oft und gern an diese schönen und anstrengenden Wochen. Wenn es meine Gesundheit zulässt, so werde ich wohl noch einmal einen Besuch im Virgental machen.

 

 

Wanderung zur Stoan-Alm bei Hinterbichl im Virgental, Osttirol,

 

Obermauern oberhalb von Virgen,

 

Zu den Umballfällen Iseltal

 

Otmar Schuster, einsehbar seit 8.03.2018