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Unsere Bienen

 

Spätestens seit der Fernsehsendung "Die Biene Maja" in den 1970er-Jahren, basierend auf der Romanvorlage von Waldemar Bonsels, und dem nicht minder bekannt gewordenen Titelsong, gesungen vom tschechischen Barden Karel Gott, erlangten die kleinen Insektentiere eine Berühmtheit bzw. drangen sie in das Spitzenfeld der Unterhaltungspräsenz unserer Gesellschaft vor. Vorerst nur in gezeichneter Form im Trickfilm nicht nur in den Kinderzimmern allzeit präsent, wird die Biene etwas später Ende der 1990er auch zum Mahnmal unseres stetig schlechter werdenden Umweltgewissens.

  Und das ganz zu Recht, denn wir brauchen sie definitiv, die Bienen, deren wichtigste Aufgabe und Funktion, neben er ganz netten Produktion von Honig und Wachs, die Bestäubung der Blütenplanzen ist.

 

Drittwichtigstes Nutztier der Welt

 

Zirka 20.000 verschiedene Bienenarten bevölkern unseren Planeten, sie sind das drittwichtigste Nutztier unserer Welt. Allein in Österreich sind rund 690 unterschiedliche Arten nachgewiesen. Von den Pelz- Masken- oder Wollbienen über die Sandbienen bis hin zu dem Mauer- oder Furchenbienen - mannigfaltig sind die Arten dieses emsigen, fleißigen Insekts. Die "Honigbiene" hat sich in unseren Breitengraden als die bekannteste Bienenart herauskristallisiert. In der Regel werden Bienen zwischen 4 und 40 mm groß und sie füttern ihre Larven ausschließlich "vegetarisch", mit Pollen als Eiweißquelle - im Gegensatz zu den "fleischfressenden" Wespen. Während ihrer Nahrungssuche, beim Sammeln von Nektar und Pollen, passiert nun jener Vorgang, der die Bienen für uns Menschen so überlebensnotwendig macht - die Bestäubung der Blütenpflanzen und damit eine Garantie für weiteres Wachstum und Fortbestand der Vegetation. Die große Vielzahl der unterschiedlichen Bienenarten ist auch eine Garantie dafür, dass jede Pflanzenart ihren spezifischen Bestäuber findet. Ihre Bestäubungsfunktion macht die Biene nach Rind und Schwein zum drittwichtigsten Nutztier der Welt, wobei der indirekte Nutzen der Bienen vor dem direkten kommt. Dieser "Nebeneffekt" macht die Biene zu einer nichtzuunterschätzenden volkswirtschaftlichen Größe. Eine von Mutter Natur wunderbar eingerichtete Wechselbeziehung zwischen Fauna und Flora, die bereits seit über 200 Millionen Jahre besteht. Zwar fungieren neben der großen Spezies der Insekten mit hunderten Schmetterlings-, Fliegen- und Käferarten auch Vögel und Fledermäuse als Bestäuber und Verbreiter von Pollen, allerdings ist keine Tiergattung so fleißig wie die Bienen, die für die Bestäubung von 80% aller Nutzplanzen der Gärten, Wiesen und Äcker verantwortlich sind. Sie sorgen dafür, dass die für uns Menschen so wichtigen Arten der Obstsorten wie Äpfel, Birnen etc., die meisten Beerenarten, Kürbisse und Gewürzkräuter, Raps sowie Wild- und Gartenblumen bestäubt werden. Biologische Vielvalt ist dabei das Schlagwort, denn die Vielfalt der Ökosysteme und deren Wechselwirkung zueinander ist auch für die Bienen die Garantie für ihren Fortbestand. In zu artenarmen Wiesen und Gärten verhungern sie schlicht und einfach, denn für eine halbes Kilo Honig muß eine einzige Biene in etwa drei Millionen Blüten anfliegen. Die kleinen Insekten leisten dabei unvorstellbar Großes, denn eine Biene fliegt pro Tag 40 Mal aus und besucht pro Ausflug rund 100 Blüten. Rechnet man hoch, ergibt sich bei einem Bienenvolk mit 10.000 Flugbienen damit eine Summe von rund 40 Millionen besuchter Blüten pro Tag.

 

Das Bienenjahr

 

Entgegen einer landläufigen und irrigen Annahme bilden die meisten der Bienenarten keinen Staat, sondern leben einzeln bzw allein. Die Weibchen konstruieren vielmehr Nestzellen, legen darin Nektar- und Pollenvorräte an und verschließen die Zellen. Die gefräßigen Larven verpuppen sich und fliegen im Jahr darauf aus - womit der Zyklus von Neuem beginnt. Zudem gibt es auch einige Bienenarten, die einjährige Staaten bilden, wie etwa Hummeln oder Furchenbienen. Nur unsere Honigbiene schafft es durch die Ansammlung großer Honigvorräte, dass ganze Bienenvölker mit bis zu 10.000 Tieren überwintern können. Bienen folgen, wie viele ihrer Artgenossen, einem genau festgelegten Zyklus im Bienenjahr. Wenn mit Spätherbst die Temperaturen sinken, fahren Bienen ihren Stoffwechsel herunter und produzierten mit Hilfe des eingelagerten Honigs Wärme. Dabei "zittern" sich Bienen im Stock quasi "warm". Dicht aneinandergedrängt sitzen die Bienen in der sogenannten Wintertraube, ihre Königin in der Mitte, die von den Arbeiterinnen auf mindestens 25 Grad Celsius warm gehalten wird. Außen- und innensitzende Bienen wechseln sich regelmäßig ab. Von einem Winterschlaf kann also keine Rede sein.

 

Rettet die Bienen

 

 

Ökonomen und Ökologen schlagen schon seit längerem Alarm, denn es ist erwiesen, dass die weltweite Bienenpopulation bereits seit Jahren zurückgeht. Nach neuesten Evaluierungen ist jede zehnte Wildbienenart in Europa vom Aussterben bedroht. Und nicht nur die Artenvielfalt ist bedroht, auch die Bestände insgesamt nehmen drastisch ab. Gefährdungsfaktoren für die Bienen sind im Wesentlichen Überdüngung  bzw. die Verwendung von Pestiziden und Insektiziden, Nahrungsmangel aufgrund steriler Monokulturlandwirtschaft, der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen, immer kürzer werdende Mähzyklen, zunehmende klimatische Einflüsse sowie die vor einigen Jahren nach Europa eingeschleppte Varroamilbe. Klar ist: Bienen leisten einen unersetzlichen Beitrag in ökologischer und ökonomischer Hinsicht und sind maßgeblich für die biologische Artenvielfalt verantwortlich. Laut einer Schätzung aus dem Jahr 2013 verursacht das Bienensterben weltweit mittlerweile einen jährlichen volkswirtschaftlichen Schaden von kolportierten 300 Milliarden Euro. Das Albert Einstein zugeschriebene Zitat, "Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben", spricht Bände.

 

Schaufenster Kulturregion Februar 2018     Text: Freya Martin

 

Einsehbar seit 12. April 2018          Siehe auch www.museumsdorf.at