Besucher im lfd Monat

Besucher im Vormonat

Juli  2018  11552

Juni 2018  14714 

Mai 2018   12322

April 2018  15715

 

BESUCHERSTATISTIK

2013 - 1949/13053 Besucher/Zugriffe

2014 - 4545/15360 Besucher/Zugriffe

2015 - 11556/14525 Besucher/Zugriffe

 

2016 - 8326/19441 Besucher/Zugriffe

 

2017 - 8736/33478 Besucher/Zugriffe 

Zählung je Zugriff ab Mai 2018

Oktober 2018
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

UNBEKANNT -  01   Deutsch-Mokra

 

 

   Im Westen der heutigen Ukraine, im Komsomolsk, Deutsch-Mokra, leben die Nachkommen ausgewanderter Holz- und Salinenarbeiter aus dem oberösterreichischen Salzkammergut. Die letzten noch hier lebenden Nachkommen dieser Österreicher, etwa 15 Personen, sprechen noch immer in österreichischer Mundart. 

   Deutsch Mokra, seit 1945 Komsomolsk, liegt im schmalen Tal der Mokrjanka südlich der Wasserscheide der Waldkarpaten auf ca 600 Metern Seehöhe im Department Transkarpatien in der südwestlichen Ukraine. Mokra ist ruthenisch und bedeutet soviel wie "nasse Gegend".

 

  Als der Ort im Jahre 1775 (zur Zeit der Regentschaft von Maria Theresia) von 100 Salinenarbeitern aus dem Salzkammergut angelegt wurde, gehörte das Gebiet zum ungarischen Komitat der Marmarosch. Die hierher emigrierten Katholiken aus dem Land ob der Enns ließen sich von der ungarischen Hofkammer freiwillig hier anwerben, allerdings nicht, ohne sich vorher gute Vertragsbedingungen ausgehandelt zu haben. Dazu gehörten auch gewisse Privilegien, wie etwa die Betreuung durch eigene, vom Ärar (damals staatliches Monopol) besoldete Pfarrer und Schulmeister. Diese Priviliegen gingen mit dem Ende der Österreichisch-Ungarischen Monarchie 1918 verloren.

 

   Das alles sagte man ihnen damals zu, weil man sie dringend brauchte. Denn etwa 70 km südlich von Mokra gab es in der Theißebene bei Szlatina (Solotvyno) bedeutende Salzvorkommen, und die Salzgewinnung gehörte zu den einträglichsten Monopolen der damaligen Herrscher. Doch die Stützwerke der Salzsteingruben sowie der Salztransport auf Flößen waren mit einem enormen Holzbedarf verbunden. Aus den Bergen um Deutsch Mokra, wo es noch dichte Wälder gab, sollten die wegen ihrer beruflichen Fähigkeiten in der ganzen Donaumonarchie bekannten Salinenarbeiter aus dem Salzkammergut das Holz zur fernen Grube flößen. Bis heute steht in Mokra und in der 1815 zehn Kilometer flußabwärts gegründeten Tochtersiedlung Königsfeld/Ustj Dschorna alles im Zeichen der Holzwirtschaft.

 

   1930 zählte der Ort knapp über 1000 Einwohner, von denen 840 Nachkommen der altösterreichischen Zuwanderer aus Ebensee, Ischl und Goisern waren und für ihren salzkammergutlerischen Herkunftsdialekt das Kommunikationsmedium nicht nur der privaten, sondern auch fast aller öffentlichen Domänen war. 2014 lebten hier bedingt durch die massive Abwanderung nach Deutschland, insgesamt nur noch rund 15 Dialektsprecher.

 

Dazu ein You Tube Film des NEWS-Redadakteurs Christopher Lehermayr,

der das Dorf 2014 besucht hat.

 

Transparpatien/Ukraine: Das Dorf der vergessenen Österreicher

 

Schuster Otmar,  einsehbar seit 6.03.2018