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Der "Schloßberg" bei Siebenlinden

Die Wiege der "Koppensteiner "

 

Sicher interessant für alle Koppensteinerfamilien der Pfarre. Die Ahnen aller Oberstrahlbacher Koppensteiner (Ausnahme Nr 35) stammen nachweisbar aus dem Orte Vierlings ab.

 

Aus der Zeitschrift "Das Waldviertel", Jahrgang 1959, Heft 3/4

Von Rupert Hauer

 

   Etwa eine halbe Stunde südlich von Siebenlinden liegt der Staudenhof, der noch zur Gemeinde und Pfarre Siebenlinden gehört. In nächster Nähe dieses Hofes liegt der "Schloßberg", der freilich mit einem Schlosse in modernem Sinne nichts zu tun hat. Die so bekannte Örtlichkeit liegt am Ende eines kleinen Höhenrückens, der sich ungefähr in Ost-West-Richtung erstreckt. Geht man vom Staudenhof weg am Kamme dieses Höhenrückens entlang, so kommt man alsbald zu einem 3 m tiefen und 7 m breiten Graben. Dieser Graben trennt die Kuppe, auf der das "Schloß" gestanden war, vom übrigen Höhenrücken ab. Rechts und links, das heißt, auf der Nord- und Südseite, fällt diese Kuppe ziemlich steil ab, im Westen ragt sie ungefähr 10 m über dem Talboden in steilem Anstieg auf. Auf dieser Seite wird sie teilweise von einem kleinen Bache umflossen, der aus der Umgebung des Pichlhofes, Katastralgemeinde Vierlings herkommt.

   Es ist auch dem einfachen Menschen klar, daß diese durch den Graben abgetrennte Kuppe nicht durch die Natur ihre eigenartige Formung erhalten hat, daß sie vielmehr von Menschenhänden zu Wehrzwecken so gestaltet wurde, und diese Überzeugung hat ihr eben die Bezeichnung "Schloßberg" eingetragen. Diese Kuppe hat eine Länge von 28 m bei einer oberen Breite von 6-10 m. Der westliche Teil derselben bildet eine Ebenheit von 20 m Länge, welche etwa 6 m über dem Graben liegt, während der übrige Teil der Kuppe als ein immer breiter werdender Abhang zum Graben abfällt. Diese Rampe, wie man diesen Teil nennen könnte, ist ungefähr 8 m lang und erlangt eine Breite bis zu 22 m. Auf der oben genannten Ebenheit erhebt sich ganz im Westen bis zu einem Meter Höhe ein quadratförmiger Aufbau von 6 m Seitenlänge. Es hat ganz den Anschein, als ob an dieser Stelle einst ein Turm gestanden wäre.

   Nach diesem Befund ist über die ursprüngliche Bestimmung des Schloßberges kein Zweifel mehr übrig. Es liegt ein sogenannter Hausberg vor, wie wir aus dem Waldviertel nicht wenige kennen. Die Hausberge sind die Erdunterbauten mittelalterlicher Holzburgen, die bis in die erste Besiedlungszeit des Waldviertels zurückreichen. Als die Besiedlung vollendet bzw. gesichert war, wurden diese Holzburgen entweder verlassen oder, wenn der Platz und sonstige Umstände es gestatteten, an ihrer Stelle Burgen aus Stein errichtet. Auf solchen Zufluchtstätten wurden später manchmal Türme errichtet und das mag auch bei unserem "Schloßberge" der Fall gewesen sein. Das Material desselben wurde nach dem Berichte des Besitzers zum Neubau des Schloßberges verwendet. 

   Beim "Schloßberge" von Siebenlinden sind wir in der glücklichen Lage, eine Reihe von geschichtlichen Nachrichten beibringen zu können, die uns schließlich auf den ursprünglichen Namen desselben führen.

   Der Staudenhof hat im Laufe der Jahrhunderte wiederholt seinen Namen und auch seinen Besitzer gewechselt. Um 1750 taucht zum erstenmale der Name Staudenhof auf, aber erst im 19. Jahrhunderte, hat er sich entgültig durchgesetzt. Der Name ist wohl auf das zahlreiche Gebüsch (Stauden) zurückzuführen, das, wie die Umgebung vermuten lässt, hier einst ziemlich zahlreich gewesen sein mag. Von 1604 bis 1618 erscheint er als Koppensteinerhof, ohne Zweifel von dem Namen des Besitzers. Im Jahre 1614 heißt dieser Hof auch Landrichterhof, eine Bezeichnung, die schon 1500 und 1569 auftaucht. Das Gebiet um Siebenlinden gehörte einst zum Landgerichte Weitra. Der Landrichter des Bezirkes war nun vorübergehend oder auf längere Zeit der Inhaber des späteren Staudenhofes und der Name blieb nun eine zeitlang auf dem Hofe haften, und zwar so sehr, daß um 1540 der Besitzer desselben einfach als Landrichter-Hansl erscheint. 

   Der Landrichterhof erscheint aber gleichzeitig auch unter dem Namen Rabenhof und Mayssbuchlhof, welch doppelte Bezeichnung sich bereits 1457 findet. Damit ist aber wieder die Verbindung mit eine älteren Nachricht hergestellt, die uns das vierte Gültbuch des Klosters Zwettl aus dem Jahre 1346 übermittelt. Es zählt unter anderen auch auf: "Maisenbuhel 1 Hof", von welchem nach den den alten Büchern 60 Metzen (ein Hohlmaß verschiedener Größe - 1 Metzen Aussaat = 1/3 Joch) Getreide oder die halbe kultura (Wirtschaft) zu dienen ist. Im Jahr 1320 heißt es dagegen wieder von demselben Lehen: " In Choppensteine curia que solvit 1 talentum" (in Koppenstein ein Hof der 1 Talent gibt). (Ein Talent entspricht einem Pfund (Pfennnige). Da lebte die ältere Bezeichnung noch einmal auf, denn schon im ältesten Gültbuche des Klosters Zwettl aus dem Jahre 1280 heißt es für dasselbe Lehen: "Hof in Maisenpuhel von der halben Wirtschaft 60 Metzen Getreide".

   Es besteht also nach dem bisher Gesagten kein Zweifel, daß sich die Bezeichnung Staudenhof, Landrichterhof, Koppensteinerhof, Rabenhof und Meisenpichlhof auf ein und denselben Hof beziehen.

   Die Bezeichnung Rabenhof stellt nun die Beziehung zu einer noch älteren Nachricht her. Im Jahre 1200 ließ sich nämlich das Kloster Zwettl die ihm von Hadmar II. von Kuenring gemachten Schenkungen durch Herzog Leopold den VI., den Glorreichen, bestätigen und in diese Urkunde heißt es auch: "In Koppensteine duas mansus (in Koppenstein zwei Lehen)." Nun hat schon im Jahre 1885 P. Bennedikt Hammerl, Archivar des Stiftes Zwettl, (gest. 1927), mit Recht angenommen, daß der Name Koppenstein von dem mittelhochdeutschen Worte koppe = Rabe abzuleiten sei. Und da das Wort "Stein" in Ortsnamen immer auf eine ehemalige Wehranlage oder Burg hinweist, so ist Koppenstein gleichbedeutend mit Rabensburg, und ist der oben behandelte Schloßberg in der nächsten Nähe des Staudenhofes, der eben von der Rabensburg den Namen Rabenhof erhalten hat.

   Das im Jahr 1200 genannte zweite Lehen des Klosters Zwettl in Koppenstein ist zweifellos der Pichlhof in Vierlings, der, so wie der Staudenhof, heute noch in die Häuser-Numerierung von Siebenlinden als Nr 41 einbezogen ist. Er erschein noch 1499 als Puhelhoff, zur Pfarre Schweiggers gehörig, wohin auch Siebenlinden bis zum Jahre 1784 gehörte. Der Hof stand ursprünglich allein auf dem Gebiete des heutigen Vierlings, das seinen Namen wohl von eine Vierzahl von Siedlungen erhalten hat. Im genannten Jahre waren es aber bereits neun Siedlungen und zwei öde Höfe. Auch dieser Hof war zeitweise im Besitze von Familienmitgliedern der Koppensteiner und erscheint im 16. und 17. Jahrhundert auch als Koppensteinerhof.

   Vom Koppenstein ist der Name auf den Besitzer des ganz in seiner Nähe gelegenen und ursprünglich wohl auch zum Koppenstein gehörigen Hof übergegangen.

    Wir stehen hier am "Schloßberge" bei Siebenlinden, dem alten Koppenstein am Ursprunge des Familiennamens der Koppensteiner, die heute noch im oberen Waldviertel, namentlich im Gebiete Weitra-Zwettl weit verbreitet sind. Das ist wohl einer der ältesten nachweisbaren Familiennamen des Waldviertel überhaupt, der überdies auf eine bestimmte Örtlichkeit zu erweisen ist.

 

Nachtrag: Der Familienname Koppensteiner ist einer der wenigen Familiennamen welche in dem alten Kuenringischen Herrschaftsgebiet des Waldviertels besonders charakteristisch und vor allem in den Urkunden früh belegt sind.

Ursprung: Gegend beim Raben- oder Maisenbichlhof, heute Staudenhof bei Schweiggers, welche schon um 1200 "koppenstaine" genannt wird. Eine Familie Koppensteiner ist dort seit mindestens 1457 in ununterbrochener Stammfolge dort ansässig.

15. Jahrhundert: 13 Namensträger in 9 Örtlichkeiten der Pfarren Schweiggers, Weißenalbern, Weitra.

18. Jahrhundert: 60 Namensträger in 35 Örtlichkeiten der Pfarren Schweiggers, Gr-Schönau, Weitra, Gmünd, St. Martin, Gr-Gerungs, Kirchberg am Wald, Weißenalbern, Gr-Globnitz, Oberkirchen und Zwettl. Namensträger dieser Sippe sind heute in ganz N.Ö. und Wien zahlreich verbreitet. Der Familienforscher Hofrat Dipl. Ing. Rudolf Koppensteiner hatte schon im Jahre 1936 über 2000 Namensträger erfasst. (Mündliche Mitteilung an den Verfasser !) Ing Koppensteiner ist seither verstorben, das Namensmaterial im Jahr 1945 zugrundegegangen.

 

Aus "Das Waldviertel", Jahrgang 1961, Heft 1-2, von Dr. Walter Pongratz  

 

Ein auch noch heute gut bekannter Vertreter dieser Waldviertler Großfamilie war Pater Bertrand Koppensteiner, 1876 - 1961, Abt des Stiftes Zwettl von 1935 - 1961. Geboren in Schweiggers 29 mit dem Geburtsnamen Johann als Sohn des Johann Koppensteiner und seine Gattin Johanna, geb Lechner.

 

Die Koppensteiners auf Oberstahlbach 46, Leopold und Claudia, geb Prinz, die Ahnen beider Familien sind bis weit vor 1700 zurück in den Pfarrmatiken verfolgbar.

 

Ich habe in meiner Familien-Datenbank an die 880 Koppensteiners gespeichert.

 

 

Otmar Schuster, einsehbar seit 9. Juni 2018

 

 

Nachtrag zu den "Koppensteiners" aus "Das Waldviertel" 1982, Nr 4-6

 

Schweiggers                Mehr als 600 Jahre Koppensteiner Familien im Markt

 

Das fast unerschöpflich reichhaltige Archiv des Klosters Zwettl ist immer noch eine Fundgrube für Neuentdeckungen. Besonders interessant sind die Urbare und Grundbücher, welche den weltlichen Besitz des Klosters in den vielen Orten des Waldviertels, wo es seit dem Mittelalter Grundherr war, seit dem 13. Jahrhundert, verzeichnen. Von besonderem Interesse sind die Grund- und Zehentbücher des 14. Jahrhunderts, weil sie vielfach schon die Namen der einzelnen Grundholden verzeichnen. Wenn auch die reinen Ruf- oder Vornamen bei weitem überwiegen, so kommen doch schon vereinzelt Familiennamen vor, die man heute noch im oberen Waldviertel finden kann. Eine dieser Familien ist die weitverzweigte "Sippe" der "Koppensteiner", deren Name bekanntlich auf zwei kuenringische Wehrhöfe zurückgeht, die in der Kat. Gem. Vierlings (Gemeinde Schweiggers) heute noch bestehen: Der Stauden- und der Pichelhof. Bisher kannte man das älteste Vorkommen des Namens aus dem 15. Jahrhundert (1457, 1499), allerdings schon in verschiedenen Gemeinden der Bezirke Gmünd und Zwettl. Die Vorfahren der Koppensteiner stammten aus der Gegend von Trier und kamen wahrscheinlich mit den Kuenringern ins Waldviertel, wo sie als sogenannte "Einschildritter" die unterste Stufe des Wehradels bildeten. Sie besaßen Wehr- oder Turmhöfe und hatten ihren Lehensherrn Hof- und Heeresdienste zu leisten. Angehörige dieses Wehradels zogen im 14. Jahrhundert in die entstehenden Städte und Märkte, die befestigt waren und wo sie die Oberschicht der Bürger bildeten. Für gewöhnlich übten sie die Funktion des Richters, des Amtmanns oder des Gerichtsgeschworenen aus und waren die Anführer der Bürgermiliz bei kriegerischen Auseinandersetzungen. Der Kuenringische Markt Schweiggers, der im 14. Jahrhundert in  den Besitz des Klosters Zwettl gelangte, war wie wir wissen, mit Mauern und kleinen Türmen versehen, in der Nähe der Kirche gab es nachweislich befestigte Adelshäuser und eine kleine Burg (heute Pfarrhof). Ebenso wie in der Stadt Zwettl finden wir auch im Markt Schweiggers Kleinadelige in der Führerschicht (in den Reichsstädten Deutschlands nannte man sie "Patrizier"), die von einem der umliegenden Wehrhöfe abstammen. 

   Nachdem die Herren von Buchberg, Nachkommen der Kuenringer, am 9. Juni 1319 ihr Eigentum in Schweiggers samt dem Marktrecht dem Kloster Zwettl verkauften, finden wir bereits 25 Jahre später in einem von den Forschern bisher kaum beachteten "Kopialbuch des 14. Jahrhunderts" mit Zehentlisten, Dienstleistungen einzelner Orte und Urkundenabschriften (Archiv Stift Zwettl 2/9, fol. 70v), datiert mit 1344, ein "Servizium de Schweiggers" (eine Art von Steuerverzeichnis), wo die Geldleistungen von St. Egidi (1. Sept) der Marktbürger (nur um diese handelt es sich) namentlich verzeichnet sind. Es werden insgesamt 34 Namen aufgezählt, darunter Fridericus Pranger, Henricus Volchel, Henricus Pochel, Eblo Stolcinger, Hermann Gresel, H e i n r i c h  N e u n t e u f  e l, Georgius Griffo und - U l r i c h  C h o p p e n s t e i n e r ! Nach seiner relativ hohen Steuerleistung von 3 solidi ( = 3 Schilling = 90 Pfennig = Wert von 900 Eiern!) muß er ein stattliches Haus am Markt besessen haben. Er gehörte zweifelsohne der kleinadeligen Führungsschicht an und stammte wohl von einem der beiden Koppensteinerhöfe bei Vierlings ab. Seit damals zogen immer wieder Abkömmlinge von Koppensteinerfamilien in den Markt, sodaß wir in allen Jahrhunderten bis herauf in die jüngste Gegenwart Koppensteiner in Schweiggers nachweisen können.

Walter Pongratz

 

Otmar Schuster, am 7. Juli 2018