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Wassermeister

 

   Wer kennt den Beruf eines Wassermeisters oder einer Wassermeisterin ? Es gibt in Österreich derzeit nur zehn Frauen, welche diesen Beruf ausüben. Die Jüngste ist aus Miesenbach, sie schloss 2018 ihre Ausbildung bei der EVN ab. Ihre Aufgabe ist es, für die optimale Wassergewinnung, Wasseraufbereitung und Wasserspeicherung zu sorgen. Dadurch soll eine gleichbleibend hohe Qualität des Trinkwassers nach Trinkwasserverordnung und die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser in ausreichender Menge sichergestellt werden.

 

   Das Wassermeister ein männerdominierter Beruf ist, ist für die jüngste Wassermeisterin kein Problem. Im Gegenteil: Sie rät anderen Frauen, "Mut zu haben, auch sonannte Männerberufe zu ergreifen". Sie hatte schon früh Interesse für "typische Burschen-Dinge", wie sie sagt. Nach dem Gymnasium besuchte sie die HTL und entschied sich für den Zweig "Umwelttechnik". Von da an war sie vom Element Wasser begeistert.

 

   "Mein Job ist sehr vielfältig und lehrreich. Endlich kann ich das, was ich in der Schule gelernt habe, auch in der Praxis umsetzen", so die jüngste Wassermeisterin. "Das ist natürlich sehr spannend für mich. Zudem finde ich es faszinierend zu erlernen, wie Projekte abgewickelt werden".

 

Grundsätzliches

 

In Österreich wird - wie in der gesamten EU - größtes Augenmerk auf kompetentes und gut ausgebildetes Personal gelegt. Die Qualifikation des eingesetzen Personals muß in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Insbesondere im äußerst sensiblen Bereich der Trinkwasserversorgung, ist es unerlässlich, die praktizierenden Personen regelmäßig aus- und weiterbilden zu lassen.

 

Betreiber von Wasserversorgungsanlagen sind in Österreich verpflichtet, die Anlagen in ordnungsgemäßen Zustand zu halten und dahingehend Vorsorge zu treffen, dass negative Beeinflussungen des Trinkwassers hintangehalten werden. Damit wird gewährleistet, dass die Kunden jederzeit über Trinkwasser in ausreichender Menge, einwandfreier Qualität und mit dem erforderlichen Druck verfügen.   

   

Die ÖVGW (Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach) hat unter diesen Gesichtspunkten im Sinne ihrer Mitglieder das ÖVGW-Wassermeister-Zertifikat geschaffen.

Um die staatliche Akzeptanz der Ausbildung des Wasserwerkpersonals zu erhöhen und damit auch die rechtliche Situation zu verbessern, wurde der ÖVGW die Akkreditierung als Zertifikatsstelle für Personen zuerkannt.

 

Vorteile für Wasserwerke, die zertifiziertes Personal beschäftigen

 

   * staatliche Akzeptanz des Zertifikates hinsichtlich der Bestimmungen der

      Trinkwasserverordnung BGBl 304/2001 (TWV) §5(1)a

   * Haftungsabsicherung für den Leiter des Wasserversorgungsunternehmens bezüglich

      organisatorischer Mängel

   * von der Leitung des Wasserversorgungsunternehmens können Aufgaben und

      Verantwortungen an zertifizierte Personen übertragen werden, ohne dass ein

      organisatorischer Mangel vorliegt (die Übertragung einer Aufgabe samt Verantwortung

      auf eine Person die nicht entsprechend ausgebildet ist, stellt einen organisatorischen

      Mangel dar)

   * Imageverbesserung gegenüber Konsumenten

   * durch die absolvierten Fortbildungsveranstaltungen ist das Unternehmen über den

      aktuellen Stand der Technik und die Entwicklungen in Recht und Wirtschaft informiert

   * Steigerung und Sicherstellung des Qualitätniveaus der Trinkwasserversorgung

 

Vertragsgrundlage für die Zertifizierung

 

Die ÖVGW-Richtlinie W 10/1 "Wassermeisterzertifikat" enthält die zur Erlangung des Wassermeister-Zertifikates erforderlichen Grundlagen und beschreibt im Näheren die Ausbildung und Prüfung von Wassermeistern. Es ist der Nachweis zu erbringen, dass die zertifizierten Personen in der Lage sind den Betrieb, die Wartung und die Instandhaltung von Wasserversorgungsanlagen fachgerecht durchzuführen.

 

Otmar Schuster, einsehbar seit 10. Juli 2018