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1866 - Der Preußisch - Österreichische Krieg

 

  zwischen Österreich und den meisten deutschen Staaten auf der einen Seite und Preußen, Italien und einigen nordeutschen und thüringischen Kleinstaaten auf der anderen Seite.

 

Die Ursache des Krieges lag in der seit Bestehen des Deutschen Bundes immer größer gewordenen Spannung zwischen den Großmächten Österreich und Preußen im Kampf um die Vorherrschaft in Deutschland. Der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck drängte schließlich auf eine kriegerische Lösung. Preußen trat aus dem Deutschen Bund aus und erklärte am 19. Juni 1866 Österreich den Krieg. Weder Preußen noch Österreich sprachen

1866 offiziell Kriegerklärungen aus. Stattdessen überreichten preußische Parlamentäre den Österreichern im Juni Notifikationen, aus denen hervorging, daß Preußen sich nun mit Österreich im Kriegszustand befinde.

 

Das preußische Militär war dem österreichischen, das an zwei Fronten kämpfen musste, nicht nur zahlenmäßig, sondern vor allem in der Bewaffnung überlegen (Zündnadelgewehre gegen veraltete Vorderlader). Von Österreichs Verbündeten war nur Sachsen zu einer ernstlichen Unterstützung bereit. Preußen (unter General von Moltke) überrumpelte Sachsen ohne Kriegserklärung und marschierte in Böhmen ein. Nachdem der österreichische General Ludwig von Gablenz am 27. Juni ein preußisches Korps bei Trautenau (Trutnov) besiegt hatte, erlitt am 3. Juli in der Entscheidungsschlacht bei Königsgrätz (Hradec Kralove) das österreichisch-sächsische Heer unter dem Oberbefehl von Feldzeugmeister Ludwig von Benedek eine schwere Niederlage. Das Aufeinander-treffen wurde zu einer der größten kriegerischen Auseinandersetzungen der Militärgeschichte. Rund 450.000 Mann standen auf dem Schlachtfeld -mehr als bei Waterloo oder der Völkerschlacht von Leipzig. (215.000 österreichen Soldaten standen 221.000 preußischen Soldaten gegenüber) Am Ende waren 44.000 Österreicher tot oder schwerst verwundet. Österreich zog seine Truppen an die Donau zurück, das preußische Heer rückte gegen Wien vor (bis Stockerau und Gänserndorf) und rückte nach Friedensschluss über das Waldviertel wieder ab. Wobei die preußischen Soldaten mustergültige Disziplin zeigten. Königsgrätz war die erste Schlacht in Europa, vor der große Truppenkontingente per Eisenbahn verlegt wurden. 

 

Entschieden wurde der Kieg nach nur wenigen Wochen mit der Schlacht bei Königsgrätz in Böhmen (in der Nähe des Dorfes Sadowa) und endete mit dem Frieden von Prag am 23. August 1866.

 

Der Feldherr von Königsgrätz, Ludwig von Benedek, wurde wegen strategischer Fehler in Wien vor ein Kriegsgericht gestellt, das Verfahren wurde aber später eingestellt.

 

Dieser Friede von Prag hatte für Österreich ein vergleichsweise glimpfliches Ergebnis: Abgesehen von dem an Italien fallenden Venetien sicherte ihm der Vertrag zumindest territoriale Unversehrtheit zu. Ungleich härter traf es Hannover, Kurhessen, Nassau und Frankfurt, die ohne Rücksicht auf dynastische Gesichtspunkte von Preußen annektiert wurden. Damit schloss Preußen die letzte Lücke zu einem zusammenhängenden Staatsteritorium zwischen der Memel im Osten und dem Rhein im Westen. Zugleich war mit dem Prager Frieden das Ende des seit 1815 bestehenden Deutschen Bundes besiegelt und Österreich aus Deutschland herausgedrängt. Preußen besaß nun die uneingeschränkte Vormachtstellung und gründete den Norddeutschen  Bund.

 

Otmar Schuster, einsehbar seit 10. August 2018