Besucher im lfd Monat

Besucher im Vormonat

Juli  2018  11552

Juni 2018  14714 

Mai 2018   12322

April 2018  15715

 

BESUCHERSTATISTIK

2013 - 1949/13053 Besucher/Zugriffe

2014 - 4545/15360 Besucher/Zugriffe

2015 - 11556/14525 Besucher/Zugriffe

 

2016 - 8326/19441 Besucher/Zugriffe

 

2017 - 8736/33478 Besucher/Zugriffe 

Zählung je Zugriff ab Mai 2018

Oktober 2018
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Mühlen in Schickenhof

 

aus der Zeitschrift "Das Waldviertel", Jahrgang 43, 1994 - Heft 1,

von Franz Strohmayer (Alte Mühlen bei Zwettl)

 

Den älteren Strahlbachern werden die Mühlen noch bekannt sein, zumindest die Roblmühle (um die sich dieser Bericht hauptsächlich dreht) steht noch, obwohl sie seit Jahrzehnten ausser Betrieb ist.  

 

Die Bruckmühle, Roblmühle, Schickenhof 2, Pfarre Jahrings

 

liegt von den drei Mühlen bei Schickenhof, die alle früher der Grundherrschaft des Stiftes Zwettl unterstanden, der Rotte Schickenhof am nächsten, nämlich knapp unterhalb derselben. Deshalb hatte sie auch davon den Namen Mühle "in Schichen". Der ursprüngliche Name war daher nicht Bruckmühle, weil es früher dort noch keine Brücke, sondern eher nur eine Furt unterhalb der Mühle gab. Der Name Bruckmühle entstand erst nach der Errichtung einer Brücke an dieser Stelle. Diese Mühle und die von der Rotte Schickenhof etwas weiter entfernte Schachenmühle (Schachermühle) scheinen in alten Urkunden mehrmals auf unter dem Namen "in Schichen und Schachen". Schichen=Bruckmühle(Roblmühle), Schachen=Schachermühle. Der Name der Rotte Schickenhof ist 1280 Shichenhove und Schichen. 1295 Schicken und 1311 noch immer Schichen. 1280 heißt es im ältesten Gültbuch des Stiftes Zwettl, das Abt Ebro schrieb, "Gülten des Infirmarius des Chors im Stifte": "....in Schichen und Schachen von je einer Mühle....." und später nochmals: "Dem Spitalmeister dienten zwei Höfe zu Neusidl bei Rosenawe und die Mühlen zu Schichen und Schachen". An einer anderen Stelle heißt es:"....Schicken die Mühle und eine andere Mühle". Die Zwettl bildete damals die Grenze zwischen den Pfarren Marbach am Walde und Rieggers. Das heutige Pfarrgebiet von Jahrings gehörte zur Pfarre Marbach am Walde, ausgenommen die beiden Mühlen am Nordufer der Zwettl. Damit war damals das gesamte Gebiet nördlich bzw. nordöstlich des Zwettlflusses, darunter der Schickenhof, sowie die Bruckmühle und die Schachermühle Pfarrgebiet von Rieggers. Ober- und Niederstrahlbach, Syrafeld und die Bibermühle gehörten jedoch zur Pfarre der Stadt Zwettl. Über Jahrings wird 1544 berichtet, daß es als Filiale der Pfarre Marbach am Walde von diese Mutterkirche versehen werde. 1630 gehörte Jahrings schon zur Pfarre Rieggers, kam aber 1758 zu der 1740 neu errichteten Pfarre Schloss Rosenau, bis es 1784 selbstständige Pfarre wurde. 1784 erging an den Offizial und Genereralvikar von Passau betreffs Pfarreinteilungen im Dekanat Groß Gerungs folgender Erlaß: (Es sei) "das Dorf Syrafeld anstatt nach Oberstrahlbach (neue Pfarre seit 1784) mit der Sag- Bruck- und Hofingermühle nach Jahrings einzupfarren. Solchergestalt verbleiben Niederstrahlbach und Rabenthan der neuen Pfarre Oberstrahlbach, der Schickenhof sei aber nach Rosenau einzutheilen". Dieser Plan wurde aber nicht ganz verwirklicht. Nur die Bruckmühle und die Schachermühle kamen zur Pfarre Jahrings, während die Bibermühle (Hofingermühle) und Syrafeld bei der Pfarre der Stadt Zwettl verblieben. Alle drei Mühlen sind sicher sehr alt. Auf einem Türüberleger der Bruckmühle steht noch die Jahreszahl 1628. Die Häusernummerierung der Mühlen an der Zwettl flußabwärts ist eher ungewöhnlich, nämlich Bruckmühle Nr. 2, Schachermühle Nr. 1 und Bibermühle Nr. 7. Da um die Zeit (1770), bevor Jahrings Pfarre wurde, auch die Hausnummern (Konskriptionsnummern) eingeführt wurden,  wollte man wahrscheinlich die Pfarrgrenze zwischen Schachermühle (Nr. 1, Pfarre Jahrings) und Bibermühle (Nr. 7 Pfarre Zwettl Stadt) deutlich hervorheben. Das Neuwirtshaus (Bergerhof) hatte damals die Hausnummer Schickenhof 6 und gehörte wie die Bibermühle (Schickenhof 7) zur Pfarre Zwettl. Das Neuwirtshaus dürfte erst seit etwa 1850 zu Niederstrahlbach (mit der Nr. 38) und damit zur Pfarre Oberstrahlbach gehören. Da es die Bibermühle heute nicht mehr gibt, (auch die Schachermühle ist längst verfallen) gehört jetzt kein Haus von Schickenhof mehr zur Pfarre Zwettl. Außer der Bruckmühle Nr. 2 (Pfarre Jahrings) ist ganz Schickenhof heute Pfarrgebiet der Pfarre Schloss Rosenau.

   Die Bruckmühle (Pruckmühl) ist in allen drei Meisterbüchern des Müllerhandwerkes eingetragen. Um 1660 erscheint als erster Wolf Oswalt auf. Nachher folgen Mathies Oßwaldt, Adam Khrall, Georg Schaden und Gregor Wallner. Seine Nachfolger waren Martin Hoffinger und dessen Sohn Leopold, der 1735 als Müllermeister und Eigentümer aufscheint. 1758 folgen Michael Eschlmillner (Eschlmüller) als Besitzer und 1820 Paul Göschl, gebürtig aus Friedreichs. Im 3. Buch scheinen 1828 Anton Hofbauer und 1850 Joseph Hofbauer auf. Weitere Besitzer sind 1864 Benedikt und Leopoldine Steiner, 1890 Leopoldine Steiner allein. 1897 erwarben Johann und Maria Robl die Mühle durch Kauf.

  

  Die Robldynastie war dann über 100 Jahre mit dieser Mühle (Roblmühle) verbunden. Johann Robl stammte aus Glashütten bei Winterberg (heute Vimperg) im Böhmenerwald und war gegen Ende des vorigen Jahrhunderts als Grubenzimmermann in Mährisch Ostrau beschäftigt, wo 1886 sein Sohn Johann geboren wurde. Sein Vater Johann Robl begann um die Jahrhundertwende (1900) mit der Errichtung eines neuen Sägewerkes an der Bruckmühle. 1911 übernahm Johann Robl (Sohn) und seine Frau Maria (geb Brenner von Purken) den Betrieb. Johann Robl fiel aber schon am Beginn des ersten Weltkrieges im November 1914 im Serbienfeldzug. Seine Frau Maria führte Mühle und Sägewerk weiter und heiratete 1920 den Müllermeister Heinrich Prinz aus der Oberneustift Pfarre Etzen, der dadurch Mühlenbesitzer wurde. Der 1914 geborene Sohn aus erster Ehe Franz Robl und dessen Frau Irene (geb Störmer) waren ab 1954 Eigentümer des Betriebes. 1988 erbte Walter Robl (damals Lehrer an der HS Stift Zwettl, seit 1994 Direktor) die Liegenschaft, Mühle und Sägewerk waren seit dem Tode seines Vaters 1981 längst stillgelegt. Die Liegenschaft besteht noch, wurde jedoch beim dem Jahrhunderthochwasser im Aug 2002 schwer beschädigt. 

 

   Die Schachermühle und die Bibermühle wurden bereits in den 1960-iger Jahren stillgelegt und teilweise oder zur Gänze abgerissen.

 

   Ich selbst habe Herrn Müllermeister Franz Robl noch als Kind kennengelernt, wenn ich meinen Vater zu einem Mahlgang oder einem Holzschnitt begleiten durfte.

 

    Otmar Schuster, einsehbar seit 5. August 2018