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Mohn - eine Waldviertler Rarität

 

Herkunft und Botanik des Mohns

 

  Mohn wird zur Familie der Mohngewächse, die rund 600 Arten umfaßt, gezählt. Schlafmohn, Klatschmohn, Schällkraut sind Teil jener Gruppe, die Milchsaft enthalten. Lerchenspornarten und Erdrauch dagegen sind milchsaftfrei. Schlafmohn kann in verschiedene Kategorien eingeteilt werden Weißmohn, Blaumohn und Graumohn sind Variationen dieser Gattung.

   Der Waldviertler Mohn findet seine Wurzeln im Mittelmeergebiet und Kleinasien. In diesen Gebieten wächst er allerdings wild und wird nicht so wie im Waldviertel kultiviert. 

 

   Mohn kann auch als einjährige Pflanze bezeichnet werden, die einen ausgeprägten Pfahlwurzel, einen kräftigen aufrechten und verzweigten Stengel von ca 180 cm erreichen kann. Die Knospe dieser faszinierenden Pflanze wird von zwei Kelchblättern umhüllt und enthält die vielfach gefalteten vier Blütenblätter. Die Blüte kann eine Farbpalette von weiß über violett bis rot aufweisen.

 

   Mohn ist ein Selbstbefruchter, dessen Samen sich in einer gefächerten Samenkapsel befinden. Es gibt hier zwei wesentliche Unterscheidungen:

 

Sehender Mohn - auch Schüttmohn genannt, ist jener Mohn, dessen reife Kapseln unterhalb der Narbenfläche Löcher aufweist.

 

Blinder Mohn - auch als Schließmohn bezeichnet, hat geschlossene Köpfe und seine Samen sind dick und nierenförmig mit einer netzartigen Stuktur. 

 

 

 

Mohnnutzung 

 

Mohnverwendung und - bearbeitung

 

   Ist die Mohnernte erfolgt, wird der Mohn je nach Verwendungszweck weiterverarbeitet und veredelt. Damit der erntefrische Mohn keine Stengel- und Kapselteile enthält, wird dieser mit speziellen Vorichtungen, d.h. Maschinen wie Windsichter, Trieure und Gewichtsausleser  gereinigt. Um lagerfähigen Mohn zu erhalten, muß dessen Feuchtigkeitsgehalt kontrolliert werden. Wird der Samen bei der Verarbeitung beschädigt, kann Öl austreten. Dies ist auch der Grund dafür, daß der Mohn schnell ranzig wird und die Lagerfähigkeit und Qualität herabgesetzt wird.

 

Mohnreife

   

   Je nach Mohnsorte stellt sich die Form der Kapsel unterschiedlich dar. Das Kapselinnere wird durch zahlreiche Fächer unterteilt. An diesen Scheidewänden sitzen die Samen, die sich bei Erreichen der Reife lösen und am Boden der Kapsel sammeln. Ein weiteres Merkmal für den Erntezeitpunkt ist die braune Verfärbung der Kapsel, die gleichzeitig hart und trocken wird. Reife Mohnfelder machen sich durch ein rasselndes Geräusch bei Wind bemerkbar. Die Mohnernte erfolgt händisch oder maschinell. Stehen genügend Arbeitskräfte zur Verfügung und läßt es die Witterung zu, empfielt sich die Ernte mit der Hand. Dabei werden die Kapseln mit ca 30 Zentimeter Stiellänge abgeschnitten. Hat man ein handumfassendes Bündel geerntet, werden die Samen durch die Löcher unterhalb des Narbenkranzes in vorbereitete Tücher oder Gefäße geschüttelt.

   

   Die Mohnpflanze liefert somit zwei begehrte Ernteprodukte: Mohnsamen für schmackhafte Speisen und Mohnkapseln für Zierzwecke. Rascher und trotzdem schonend kann heute die Ernte mit Mohnvollerntern erfolgen.

 

   Es ist gelungen Mähdrescher so umzubauen, daß der Samen durch die Löcher herausgeschüttelt wird und weder Mohn noch Kapseln eine Schädigung aufweisen. Will man die Kapsel nicht nutzen oder handelt es sich um eine Schließmohnsorte, wie z.B. beim Weißmohn, so muß man trotzdem nicht auf die Maschinenernte verzichten. Als "Quetscher" werden jene Mohnmähdrescher bezeichnet, deren Dreschkorb durch zwei Walzen ersetzt wurde und ein einfaches Aufdrücken der Kapsel bewirken.

 

   Der Mohnsamenertrag schwankt durchschnittlich zwischen 800 und 1000 Kilo pro Hektar. Sind die Wachstumsbedingungen optimal, kann man Erträge bis 2.000 Kilogramm erzielen. Der Kapselertrag entspricht in etwa dem der Samen. Für Dekorations- und Zierzwecke kommen jedoch nur in Farbe und Form entsprechende Kapseln in Frage, so daß der tatsächliche Ertrag bei 800 kg pro Hektar liegt.

 

Quelle: Waldviertler Raritäten