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Zur Geschichte des Zwettler Stadtmuseums

 

Es ist an der Zeit, daß ich auch einmal etwas über die wechselvolle Geschichte des Zwettler Stadtmuseums berichte. 

 

   Am 30. März 1900 faßte der Gemeinderat der landesfürstlichen Stadt Zwettl den Beschluß, ein Heimatmuseum zu errichten. Bereits 1902 konstituierte sich ein Museumsausschuß, dem (neben anderen Persönlichkeiten) Bürgermeister Rudolf Schwarz, der Abt des Stiftes Zwettl Stefan Rössler und Bezirkshauptmann Franz Breitfelder angehörten. Zum Kustos wurde P. Benedikt Hammerl aus dem Stift Zwettl bestellt.

   Die Bevölkerung übergab dem Ausschuß zahlreiche Austellungsstücke, wie aus dem noch vorhandenen Inventarverzeichnis "Erworbene Gegenstände 1901" ersichtlich ist. 

   Am 15. Jänner 1904 wurde das Museum eröffnet. Es war im ersten Stock des heutigen Postgebäudes (Kuenringerstraße) untergebracht. Das Interesse de Bevölkerung an dieser Einrichtung scheint recht groß gewesen zu sein. Das alte Besucherbuch ist noch vorhanden, es enthält zahlreiche Eintragungen. 

   Am 3. Juni 1933 wurde die "Schönerer Sammlung" des Museums der Stadt Zwettl eröffnet. 

Das Jahr 1938 war nicht nur für ganz Österreich ein Schicksalsjahr, es brachte auch das Ende des Museums der Stadt Zwettl. Die Kreisleitung der NSDAP zog in dieses Gebäude ein und beanspruchte auch die Räume des Museums. Für die Ausstellungsobjekte begann damit eine langjährige Irrfahrt. Sie wurden zunächst im ehemaligen Epidemiespital (am Galgenberg) untergebracht. 1945 benötigte man auch hier Räumlichkeiten, daher mußten die Exponate neuerlich verlagert werden. Sie kamen in die Michaelskapelle (Sakristei der Prosteikirche). 

   Nach dem Krieg hatte man andere Sorgen, als sich um ehemalige Museumsbestände zu kümmern. Die Austellungsstücke blieben in der Michaelskapelle und waren praktisch frei zugänglich. Zahlreiche Gegenstände verschwanden. Die Stadtjugend focht vor der Kapelle Kämpfe mit Schwertern, Aäbeln und Hellebarten aus. 

   Erst 1954 erinnerte man sich wieder an die Museumsbestände, sie wurden abermals übersiedelt, diesmal brachte man sie wieder ins Postgebäude zurück. Der Öffentlichkeit waren sie aber nicht zugänglich. Am Beginn der sechziger Jahre wurden sie von Frau Dr. Helene Grünn gesichtet und inventarisiert. 

   Im Jahre 1964 verkaufte die Gemeinde das Postgebäude an die Post- und Telegrafenverwaltung. Wieder mußte man die Ausstellungsstücke woanders unterbringen. Da am 30. Juni 1961 das Gefangenenhaus im alten Rathaus geschlossen worden war, brachte man die Exponate in die nun leerstehenden Zellen.

   Bei einer Ausstellung 1982 anläßlich der Feierlichkeiten "850 Jahre Zwettl" waren einzelne Stücke aus dem Museumsbestand im neuen Stadtamt zu besichtigen.

 

   In den Monaten Juli und August 1983 wurde der gesamte Museumsbestand von mir durchgesehen und neu inventarisiert.

 

Dies schrieb Friedl Moll in der Zeitschrift "Das Waldviertel", Jahrgang 1985, Heft 7-9.

Er war über Jahrzehnte hochaktiver und bemühter Stadtarchivar, den ich schon aus meiner Schulzeit kenne.

 

Am 25. April 1992 erfolgte die Wiedereröffnung des Zwettler Stadtmuseums "neu"

 

Vielleicht findet man ja auch in Zwettl, ähnlich wie in Langenlois, einen Weg das Stadtarchiv mit der neuen Topothek zu verbinden. Gerade die Topothek, wo jeder Interessierte, die Schätze im Internet bewundern kann, bietet in der heutigen Zeit ungeahnte Möglichkeiten Jung und Alt wieder mehr für die Museen und Sammlungen zu interessieren. Wer wie ich gerne in den Topotheken auf Suche geht, möchte meist letztendlich das was er im Internet ansehen kann, auch wieder einmal in Natura und im Original bewundern.

 

Otmar Schuster, einsehbar seit 10. August 2018