Besucher im lfd Monat

Besucher im Vormonat

Juli  2018  11552

Juni 2018  14714 

Mai 2018   12322

April 2018  15715

 

BESUCHERSTATISTIK

2013 - 1949/13053 Besucher/Zugriffe

2014 - 4545/15360 Besucher/Zugriffe

2015 - 11556/14525 Besucher/Zugriffe

 

2016 - 8326/19441 Besucher/Zugriffe

 

2017 - 8736/33478 Besucher/Zugriffe 

Zählung je Zugriff ab Mai 2018

September 2018
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 
 
 

MASSEINHEITEN - typisch österreichische

 

 

Ich wage zu behaupten, dass es keine Sprache gibt, die so eine

Menge an unverbindlichen Masseinheiten hervorgebracht hat,

 wie die Österreichische.

 

An der Aufforderung: noch ein Wengerl (ein Wengerl sitzen, ein Wengerl da zu bleiben, noch ein Wengerl lustig zu sein) finden wir gar nichts Bemerkenswertes mehr, noch dazu wo sich dieses Wengerl ausreichend von "ein Wenig" herrührend erklären lässt.

 

 

Dass ein Weg breit ist, wenn er lang ist, wundert auch keinen mehr:

"Heast, wo woast denn - Na des woar a brader Weg!" 

 

 

Dass man endlos wartet und ewig nicht dran kommt,

auch daran hat man sich längst gewöhnt.

 

 

Ja selbst, dass jemand bei einem auf einen Hupfer vorbeischaut, wird in den seltensten Fällen heute missverstanden und stört selbst nach zwei Stunden noch niemanden.

 

Schwieriger wird es dann, wenn jemand um ein Euzerl danebenliegt.

Kann man zum Beispiel auch um zwei Euzerl danebenliegen?

Waren in grauer Vorzeit einmal 10 Euzerl 1 Euz?

 

 

Um welche Menge handelt es sich wenn jemand sagt: "Ich bin den ganzen Nachmittag

stundenlang herumgerannt. I war in 97 Gschäftln, I hab 17 Sakkos

  in 100 verschiedenen Größen probiert. Kein einziges hot ma passt,

 bis auf zwa, san gar net so schlecht. I hab a Lawine zahlt,

und bin fix und fertig, weil überall a ganzer Oasch voll Leut woar!"

Wie viele Leute gehen da wohl hinein?  Ja, wenn besagter Körperteil

einer einflussreichen Persönlichkeit gehört, wie viele san schon drin?


 Wann wird aus einem Tröpferl ein Tropfen? Wann daraus ein Schluckerl?

Wann kann man von einem Glaserl sprechen?

Bitte, dass ein Flascherl Wein in Österreich bis vor nicht allzulanger Zeit

meistens ein Doppelliter war, darf allerdings als bekannt vorausgesetzt werden.

 

 

Jedoch, wie groß ist ein Futzerl ? Wann mutiert es zum Eckerl ?

Wann zum Stückerl ?

Welche Ausdehnung muß ein Körper haben, daß wir ihn in der Folge als Trumm,

oder gar als Mordstrumm bezeichnen können?

 

Wie viel ist ist ein bissi ?

Bissi ist besonders heikel, weil man bissi so vielseitig verwenden kann.

Zum Beispiel: "Na is a bissi vü !" oder aber auch: "Na is a bissi wenig!"

"Bist ein bissi deppert." Trägt noch ein harmloses, fast liebenswertes

Irresein in sich. Während: "Du bist, mir scheint, a bissi deppert!" bereits auf

ernsthaft gestörte Geisteszustände hinweisen möchte.

Die Bereitschaft zur physischen Attake drückt dies dann nur noch mehr durch die rhetorische gestellte Frage aus, wenn sie unter Weglassung sämtlicher Zischlaute gestellt wird, denn "Heast bid a bidl debad!" "A bidl" das kann man gar nicht anders als drohend sagen.


 Alle diese Beiläufigkeiten sind in ihrer Ungenauigkeit keine fixen Größen,

aber als Österreicher lebt man längst mit ihnen.

Wahrscheinlich könnten Sprachforscher unter zu Zuhilfenahme diverser Lautverschiebungen ihre Herkunft einigermaßen klären. Die Anthropologie, also die Lehre vom Menschen, wird unter Hervorkramen alter Sitten und Gebräuche weiter Klarheit schaffen können, egal ob es sich um ein Trumm, ein Eckhaus oder ein Futzerl handelt. Wobei das Eckhaus in dieser Abhandlung noch gar nicht vorgekommen ist.

 

Aber NIEMAND, NIEMAND kann erklären von wo es kommt oder gar von welchem Brauch es sich ableitet, dass wenn jemand gefragt wird, ob er beispielsweise seinen Zug

erwischt hätte, dieser dann antworten kann:

"Oba ums Oaschlecken net!"

 

Was bin ich froh................. ein Österreicher zu sein;-!!!)

 

 

Diese Abhandlung ist nicht meinem Hirn entsprungen, die hat mir ein früherer Schulkollege zukommen lassen, ich glaube auch nicht, dass er diese Bezeichnungen gesammelt hat.


Aber egal, diese Sammlung ist trotzdem einmalig österreichisch, oder?

 

 

Otmar Schuster, 13.11.2012